Wer spricht denn da?

Hallo, Freundinnen und Freunde,

ich sitze nicht rum, während ich warte, dass die Überarbeitung des „Kopfsturm“ mit dem Lektor losgeht. Ich feile weiter an meinem historischen Roman.

Ein spezielles Problem dabei: Im 17. Jahrhundert hat man noch völlig anders gesprochen als heute. Ein Beispiel aus einem Brief von 1680: Habe Ew. (Euer)Schreiben Selbst überreichet, und hat Er Mir versprochen es zu beantworten, hielte im übrigen für gut und approbirte Ew. Meinung das dessein fortzusetzen. Worbey aber en particulier Ich zu erinnern habe dieses, nemlich ist Sich täglich bey Ankunfft seiner Exzellenz einer Abförderung nach Hannover vermuhten.

Schwer zu verstehen, wie ihr seht, ganz erschließt sich der Sinn mir auch nicht. Insbesondere fallen das eingeschobene „e“ bei „überreichet“ auf, ebenso wie eingeschobene lateinische („approbirte“) und französische („en particulier“) Ausdrücke. Dies war die Sprache der Gebildeten.

In einigen historischen Romanen, die ich gelesen habe, umgeht man das Problem, in dem man es weglässt. Die Sprache ist neuzeitlich bis auf Nutzung von „Ihr“ und „Euch“ statt „Sie“ und „Ihnen“. So hatte ich es im ersten Entwurf auch getan. Aber irgendwie erschien mir das nicht zeitgenössisch genug. Deshalb habe ich in der jetzigen Fassung in den Dialogen bei einer Figur (Leibniz) das Hannoversche Deutsch des Barock angedeutet. Ein Beispiel: „Ihro Gnaden könnten mir assistieren, ein passend Archiv zu finden, in dem ich für meinen Herzog laborieren kann.“ Das ist noch zu verstehen und deutet doch an, wie Leibniz tatsächlich gesprochen haben könnte. In seinen Briefen wimmelt es übrigens von Latein und Französisch. In einem historischen Roman sollte man die behandelte Zeit ein klein wenig heraushören, finde ich …

Leibniz ist eine – wenn auch wichtige – Nebenfigur im Roman. Die Anzahl seiner wörtlichen Reden in 260 Seiten ist überschaubar. Der Leser wird weder überfordert noch gelangweilt und ich habe es bei ihm belassen. Die anderen handelnden Personen sprechen bis auf „Ihr“ und „Euch“ neuzeitlich und auf den ersten Blick verständlich.

Ich werde in wenigen Wochen für „Die Sternwarte des Dogen“ auf Suche nach einer Agentur gehen. Wie schon geschrieben, hat mein Verlag kein Interesse an historischen Romanen, die im Übrigen als „Erzählende Literatur“ Teil der Belletristik sind, wie ihr sicher wisst.

Euch eine möglichst stressfreie pandemische Zeit. We shall overcome!

Herzlich

euer Anton

ICH HAB IHN!

Liebe Freundinnen und Freunde,

was lange währt, wird bekanntlich gut. Es scheint sich zu bewahrheiten. Ihr habt ja die Geschichte um mein Manuskript „Kopfsturm“ schon verfolgen können – und jetzt habe ich ihn, den Verlagsvertrag. Eben unterschrieben und verschickt. Der Verlag wird meinen Roman in sein Verlagsprogramm 2022 aufnehmen. Klar, den Titel und das Cover vom privaten Probedruck habe ich jetzt nicht mehr in der Hand. Endgültig könnte der Roman also nicht nur anders aussehen, sondern auch anders heißen. Ich bin aber nicht ohne Zuversicht, dass mein Entwurf nicht schlecht ist und sich behauptet. Doch wir werden sehen.

Insoweit schwebe ich ein bisschen. Immerhin ist es nicht einfach, bei etwa 40000 Verlagsautoren aus dem Kreise von 350.000 bis 400.000 Selfpublishern einen Verlag zu überzeugen, dass er glaubt, mit meinem Werk Geld verdienen zu können. Reich will ich nicht werden, aber dass mein Roman im nächsten Jahr irgendwann in den Buchhandlungen stehen wird, ist schon tolles Gefühl.

Ich wünsche euch auch viele Gelegenheiten, euch zu freuen

Herzlich

euer Anton

Fertig! Nummer Drei auf Halde …

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

der erste Entwurf meines historischen Romans ist fertig. Es sind 263 Seiten geworden.

Wovon er handelt? Hier die Kurzfassung:

Fabricio Mansani, zweiter Baumeister der Republik Venedig, gerät im Jahre 1689 beim Bau einer pompösen Sternwarte unfreiwillig zwischen die Fronten Venedigs und des Vatikans und droht zermalmt zu werden.

Das Cover ist ebenso Entwurf wie der Text, ich hoffe natürlich auch hier auf einen Verlag. Wie angedeutet habe ich jetzt den dritten Roman auf Halde, wobei die „Sternwarte des Dogen“ sicher noch die meiste Überarbeitung benötigt.

Doch eines ist klar, wenn mein „Kopfsturm“ keinen Verlag findet und „Ein Tropfen Angst“ auch nicht, werde ich sie im selfpublishing herausbringen und für den historischen Verlag gehe ich auf neue Suche, denn mit historischen Romanen befassen sich nur wenige Verlage.

Es wird werden … 🙂

Euch allen eine gute Zeit

Herzlich euer Anton

… die zweihundert sind überschritten!

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

die erreichte Seitenzahl des ersten Entwurfs meines Venedigromans „Die Sternwarte des Dogen“ ist 207! Es werden keine 300 werden wie bei meinen vorherigen Thrillern, aber ein dünnes Bändchen wird es nicht, ich rechne mit etwa 230 – 240 Seiten. Man wird es nicht in eineinhalb Stunden zu lesen schaffen 🙂

Im Bild zu dem Blogbeitrag seht Ihr meine Karte, mit der ich mich in der Geschichte orientiert habe. Sie zeigt wesentliche Orte der Handlung. Der Roman spielt 1689, die Karte ist aus dem 18. Jh; ich denke, die Ungenauigkeiten halten sich in Grenzen. Ich benutze zur Orientierung parallel auch noch eine moderne Karte und stelle fest, es gibt einige Änderungen. Die historische Karte habe ich aus einem Buch, das wichtige Orte (Gebäude, Kirchen, Plätze) gekennzeichnet hat, das macht die Einordnung leicht. Da man sich ja im Jahre 1689 nicht mit Motorbooten bewegt hat, musste ich die Entfernungen immer bei „schnellen“ Ortswechseln, Benachrichtigungen etc. berücksichtigen. Mittlerweile kenne ich mich ganz gut aus in der Stadt. Meine Frau und ich haben beschlossen, im nächsten Frühjahr noch einmal nach Venedig zu reisen. Für unmittelbare Recherche wird es möglicherweise nicht zu spät sein, weil ich mit einem weiteren Jahr zur Überarbeitung rechne. Der erste Entwurf braucht nicht mehr lange, dann beginnt die eigentliche Arbeit. Man glaubt nicht, wieviele Ungenauigkeiten, Löcher und Fehler man noch findet, obwohl man sich doch solche Mühe gegeben hat. Am meisten ärgern mich Plotfehler (Dinge, die gar nicht so passieren können), freuen tun mich immer sich plötzlich ergebende Möglichkeiten, den Leser im Plot plausibel weiter zu verwirren oder sinnvolle, belebende Ergänzungen, die sich auftun.

Insoweit ist die Überarbeitung entspannend und aufregend zugleich. Da sich ja mit meinen hängenden Romanen etwas tun wird (Der „Kopfsturm“ ist beim Verlag nach wie vor im Rennen, der Chef hat mich nicht vergessen. Er reagierte innerhalb von 30 Minuten auf meine entsprechende Frage positiv; nur ist die endgültige Entscheidung eben noch nicht getroffen. Der „Ein Tropfen Angst“ liegt bei meiner Agentin, sie prüft den ersten Entwurf), habe ich je nach Entwicklung mit der Veröffentlichungen beiden Romane als Selfpublisher zu tun. Das würde natürlich die Arbeit an der Sternwarte verzögern.

Aber egal, die Arbeit geht mir nicht aus …

Euch hoffentlich auch nicht und ich wünsche Euch, dass Ihr so viel Freude dran habt wie ich.

Herzlich

Euer Anton

Zäh wie bei meiner Masterarbeit …

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich habe eben die S. 81 des Manuskripts „Die Sternwarte des Dogen“ entworfen/geschrieben. Dabei fiel mir auf, als ich durch diverse Bücher und Dokumente wühlte, um eine Szene zu schreiben, dass es ein wenig so aussieht, wie während meiner Masterarbeit. Gezählt habe ich 19 Bücher (z.T. neu angeschafft), zwei Zeitschriften und etwa 60 Internetdokumente, zu denen ab und zu neue kommen.

Z.B. gestern, als ich mich damit befasst habe, ab wann in Venedig Zement genutzt wurde. Erst nach 1700, also muss ich herausfinden, wie das zu der Zeit gehandhabt wurde, in der mein Roman spielt. Zum Glück soll man schon mit einer „Pozzuloanerde“ experimentiert haben. Wenn ich solche Hinweise nicht finde, muss ich mir etwas Neues ausdenken, den Plot so umbiegen, dass es passt. Ein wirklich spannendes Unterfangen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

Anderes Beispiel: Zwei Personen (ein Engländer, ein Deutscher) sollen (so der Szenenplan) von meinem Protagonisten in der Nacht vor großer Gefahr gewarnt und versteckt werden, damit sie fliehen können. Beim Schreiben fällt mir auf, dass die beiden im Roman kein Italienisch/Venezianisch sprechen und mein Protagonist immer nur per Dolmetscher mit ihnen kommuniziert. Der Dolmetscher ist ein Spion, der den Antagonisten informieren würde, womit ein entscheidender späterer Punkt in der Geschichte nicht mehr passieren könnte … Ich muss den Plot also so umbauen, dass es plausibel funktioniert. Das darf natürlich nicht „out of the Blue“ passieren, sondern muss im Vorlauf der Geschichte glaubhaft vorbereitet/entwickelt werden. Schreiben ist insoweit ständiges Umschreiben.

Vielleicht wird euch so ein bisschen deutlich, warum so ein historischer Roman so lange Zeit in Anspruch nimmt. Ganz ehrlich, einen Thriller von 300 Seiten in der Neuzeit habe ich bisher immer in etwa 5-6 Monaten entworfen. An diesem Werk arbeite ich schon seit März und habe erst ein vermutliches Viertel bis Drittel. Aber gut Ding will eben Weile ..

Euch noch ein schönes Wochenende

Herzlich euer

Anton

Bei der Arbeit in der Sternwarte.

Liebe Freundinnen und Freunde,

das Bild zu diesem Beitrag ist ein Blick auf einen Teil meines Schreibtisches, den kreative Unordnung beherrscht. Zuoberst habe ich mein gerade erhaltenes monumentales Werk über Recht, Kultur und Leben in Venedig gelegt. Offen sind zwei Standardwerke über das private Leben in der Renaissance, die ausgedruckte Tabelle dahinter ist der allererste Szenenplan meines neuen Romans „Die Sternwarte des Dogen“. Er spielt in Venedig gegen Ende des 17. Jahrhunderts, voraussichtlich 1689. Warum in diesem Zeitraum? Ich lasse Leibniz und Newton darin dem Dogen von Venedig helfen, eine Sternwarte zu bauen, die höher, moderner, größer als die des Papstes sein soll. Der Papst hat tatsächlich in Castel Gandolfo eine Sternwarte bauen lassen (im 16. Jh, die besteht heute noch), der Doge in Venedig nie. Aber das ist eben dichterische Freiheit, die ich mir nehme. Leibniz war übrigens zu der Zeit tatsächlich in Venedig, Newton nie.

Ich habe hier im Blog schon über das Grundthema „Schreiben eines historischen Romans“ geschrieben. Aber jetzt bin ich mittendrin, denn die zweite Fortsetzung von „Gegen die Gier“ ist im Entwurf fertig. Die erste „Kopfsturm“ ruht bis September, wenn ich noch einmal mit dem Verleger spreche, ob er ihn angesichts hoffentlich verbesserter Rahmenbedingungen des Buchmarktes herausbringen will. Die zweite Fortsetzung „Ein Tropfen Angst“ (vorher „Der Tod lauert“) lagert zwischen und harrt der endgültigen Überprüfung durch meine Literaturagentur. Und so habe ich mit der Sternwarte angefangen. Zuallererst braucht es natürlich einen spannenden Plot: Ich will meinen Lesern keine historische Dokumentation eines fiktiven Ereignissen liefern, sondern spannendes Geschehen im historischen Kontext. Meine Frau nennt es nur „Mord und Totschlag“. Das ist natürlich schrecklich verkürzt und trifft die „Sternwarte des Dogen“ nur oberflächlich. Vielmehr folgen wir dem Schicksal eines Einzelnen, einem Baumeister, der im Grund nur ein friedliches Leben führen will und ungewollt zwischen die knallharten Fronten des Dogen und des Vatikans gerät. Diese Fronten waren starr und konsequent grausam, heute würde man es „interessenorientiert“ nennen.

Der Plot ist im Entwurf da. Danach beginnt die Detailarbeit, weil sich eben nichts aus lockerer Hand schreiben und beschreiben lässt. Reden, reisen, arbeiten, kommunizieren, sich kleiden, essen, wohnen, feiern … – um nur ein paar Bereiche zu nennen, fanden zeitgemäß statt. Ein Beispiel für die Schwierigkeiten: Meine Eingangsszene soll in einer Taverne spielen. Wie ist sie eingerichtet? Beleuchtet? Was isst und trinkt man aus welchem Geschirr? Wie sind die Menschen angezogen? Wo liegt die Taverne in Venedig? Wie bezahlt man und womit? Welche Menschen treffen sich dort um welche Zeit? All das lässt sich nicht aus dem Handgelenk schütteln. Ich habe im ersten Ansatz das Internet bemüht und alle möglichen Beschreibungen Venedigs gesammelt, zum Teil sehr detaillierte gefunden. Dann habe ich vorhandene Literatur gesichtet, ein bisschen was passendes hat mein Studium gebracht. Die und ein paar Romane, die in Venedig spielen, habe ich nach Stellen durchforstet, die die Gegebenheiten beschreiben (Bauen, Wohnen, Kleiden, Maße und Gewichte, Transport und Kommunikation usw.). Ich habe eine ganze Menge gefunden und auf diese Weise drei Liebesromane gelesen, was ich normalerweise nicht tun würde.

Tja und dann bin auf diesen 928-Seiten-Schmöker über Venedig gestoßen, den ich antiquarisch erstehen konnte. Den lese ich jetzt durch und notiere/markiere jeden Hinweis von Belang; denn die Handlung habe ich durch meinen Szenenplan, den ich mit der Schneeflockenmethode erstellt (siehe Blog-Beitrag dazu) ja grob und noch flexibel im Kopf. Ich weiß also, wann ich welches Detail voraussichtlich benötige. Historische Romane finden ihr Publikum neben der Story hauptsächlich durch die Detailgenauigkeit. Da möchte ich möglichst wenige Fehler machen, am besten keine.

So sieht meine Arbeit in der Sternwarte derzeit aus.

Das heißt nicht, dass ich sie nicht unterbreche, wenn sich bei den anderen Baustellen Notwendigkeiten ergeben.

Zusammengefasst: Ich komme mir vor wie bei meiner Masterarbeit im Studium.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

Herzlich

euer Anton

… war wohl doch nichts, oder?

Liebe Freundinnen und Freunde,

das erste halbe Jahr der Suche meiner Literaturagentur nach einem Verlag für den „Kopfsturm“ ist um – bisher ohne Erfolg. Eine kleine Chance gibt es noch, aber ich beginne, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Ich muss es doch wieder in die eigene Hand nehmen. Zwar bin ich stolz, dass ich mit meinem Manuskript vor professionellen Augen bestanden habe, doch zum letzten Schritt hat es – wie es aussieht – noch nicht gereicht. Ursachenforschung werde ich mit meiner Agentin noch betreiben, es mag aber auch an der Zeit liegen: Pandemie, alles geschlossen, Verlage fahren ihre Programme zurück. Newcomer haben es immer schwer, die Qualität reichte eben doch nicht. Möglicherweise ein Mix aus allen. Das einzige, an dem ich schrauben kann, ist die Qualität – das nehme ich mir vor. Meine Agentin sagte mir, dass man als Autor mit jedem Werk besser wird. Dem stimme ich uneingeschränkt zu und es lässt mich beherzt am Nachfolger des Kopfsturm arbeiten.

Der Blick nach vorn, möglicherweise wieder als selfpublisher, stimmt auch nicht froh: Keine offenen Stätten für Lesungen in der nächsten Zeit, wenn dann mit strengen Hygienevorschriften. Das zieht Leser und Interessierte nicht gerade an. Meine Reichweite ist beschränkt. Der Blog, Facebook, Plakate und Lesungen sowie die paar hundert Fans, die ich in der Gegend schon habe. Was also tun? Ich werde meine Lesungen auch digital anbieten, über meine vorhandenen Kanäle dafür werben und vielleicht so den einen oder anderen neuen Leser gewinnen. Welches Konferenzmedium ich nehme, weiß ich noch nicht : Zoom ist verbreitet, Jitsimeet ist genauso gut und sogar kostenlos. Mal sehen.

Soll heißen, ich werde das eine tun – online Lesungen halten – und das andere nicht lassen – konventionell in einem Lokal oder Café lesen, wo die Zuhörer dabei etwas essen und trinken können. Im Café kann ich darüber hinaus Bücher live verkaufen und signieren. Online ist nur Werbung möglich und Bereitstellen der Links zum BoD-Buchshop.

Nebenbei suche ich übrigens an den Filmhochschulen des Landes nach interessierten Studentinnen/Studenten für mein Drehbuch des Erstlings „Gegen die Gier“. Dazu hängen Aufrufe an den Schwarzen Brettern einiger solcher Institutionen. Vielleicht tut sich ja da noch was.

Also – die Welt geht nicht unter, wenn ich es nicht mit dem Verlag klappen sollte, es geht nur anders weiter.

In dem Sinne, bleibt alle gesund

Herzlich

Euer Anton

Was macht ein Autor …

… während Corona?

Liebe Freundinnen und Freunde,

Klar, schreiben – was sonst? Aber, ich bin ehrlich, natürlich fehlen die Kontakte mit Freundinnen und Freunden, die Restaurant- und Theater/Kinobesuche und die Besuche der Kinder und Enkel. Manchmal fahre ich nur in den Nachbarort (Neuwied), um dort in einer weitgehend menschenleeren Stadt am offenen Fenster meines Stammcafés einen Kaffee im Stehen aus der Hand zu trinken. Ich bin auch schon in einen großen Supermarkt ohne jeden Kaufwunsch gegangen, um mich (mit Abstand) unter Menschen zu bewegen. Die Baumärkte sind ja zu.
Anderen geht es auch so. Vor ein paar Tagen hatten wir die Nachbarn zum Essen. Sie begrüßten uns mit den Worten „Wunderbar – Menschen aus der Nähe!“ Meine Frau und ich gehen am Wochenende stets gemeinsam spazieren (meist in Koblenz) und stellen auch dort gähnende Leere fest. Im Parkhaus verliert sich das Auto, so leer ist es. Klar, man kommt runter, „entschleunigt“ wie es so schön heißt. Aber allmählich reicht die Entschleunigung. Sport kann man draußen treiben, was ich regelmäßig tue. Dabei sehe ich viel mehr Menschen draußen spazierengehen wie sonst; die treibt es auch raus an die frische Luft. Nur nicht wie mich bei jedem Wetter; Regen reduziert die Anzahl der Begegnungen mit Radfahrern und Spaziergängern erheblich. Dann hat man die Insel Niederwerth für sich. Beim Sport denke ich – wenn ich nicht Radio höre – über meinen Roman nach, den ich gerade in der Feder habe. Oft fallen mir Änderungen ein oder es schleichen sich Ideen für eine neue Kurzgeschichte in die Hirnwindungen.
Was mir besonders fehlt ist das Billardspielen, an zwei Tagen die Woche spiele ich in Neuwied in einem Verein. Alles zu seit Anfang November, sehr schade. Und mein Spanischkurs (VHS) ist auch abgesagt seit Verschärfung des Lockdowns Mitte September; geplante Fortsetzung 3.Februar; kann man wohl auch knicken. Spanisch mit Maske macht auch nicht sehr viel Spaß, und eine Reihe der Teilnehmer hat doch sehr viel Angst vor Ansteckung trotz intensiver AHA-Regeln. Ehrlich – auch wenn ich zur Risikogruppe gehöre, habe ich nur wenig Angst vor Ansteckung, mein Immunsystem ist in Schuss und AHA ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Zudem bin ich wohl bald mit Impfen dran.
Was mir noch fehlt, ist die Nachricht meiner Literaturagentin, dass sie einen Verlag für mein fertiges Manuskript (Kopfsturm) gefunden hat. Die Zeiten stehen aber nicht sehr gut für dies Unterfangen und Geduld ist nicht meine starke Seite. Seit Mai fertig und es liegt nur rum … egal, gehen wir auf Anfang: weiter an der Fortsetzung schreiben. Sie nähert sich der 200-Seiten-Grenze und wird gut, davon bin ich überzeugt.
Was mir natürlich nicht fehlt, sind die idiotischen Tweets von Trump, den ich nicht für verrückt halte, sondern für grottig unmoralisch und natürlich für den schlechtesten Präsidenten, den die USA wohl je hatten. Möge er in der Jauchengrube der Geschichte verschwinden! Hoffentlich …


Ansonsten seht ihr, geht’s mir wie vermutlich euch.

In dem Sinne hoffen wir auf Besserung.
Seid alle herzlich gegrüßt

Euer Anton

Schreiben bildet !

Liebe Freundinnen und Freunde,

Recherchieren gehört zum Schreiben dazu und je nach Thema muss das eigene Wissen um Details erweitert werden, um glaubhaft und plausibel zu bleiben. Man muss ja auch mit Lesern vom Fach rechnen, die nicht jede Fiktionalität akzeptieren. In meinem ersten Roman „Gegen die Gier“ lasse ich 2016 meinen Protagonisten Dr. Leibner einen neuen Wasserstoffträger finden – Nanokeramik. Dazu habe ich eine Menge über Wasserstofftechnologie gelesen und bin auf Forschungen zur Speicherung von Wasserstoff (H2) in Metallhydriden gestoßen; das habe ich dann zur H2Nanokeramik weitergesponnen, die Wasserstoff in Kartuschen für Autos speichert. Ich war natürlich sehr zufrieden, als ich von einem Bericht des NDR-Fernsehen am 17.01.2020 erfuhr, der zeigte, dass das Helmholtzzentrum Geesthacht mit der Autoindustrie an einem Pulver forscht, das in Form von Tabletten im Autotank wie ein Schwamm Wasserstoff bei 10 bar aufnimmt und in Kartuschen speichern soll. ( https://youtu.be/mOE7PqAIduQ)

In der Fortsetzung von „Gegen die Gier“, dem Roman „Kopfsturm“ hat Dr. Leibner 2022 die Idee, Elektroschrott zu pulverisieren und dann von Nanorobotern Wertstoffe herausziehen zu lassen (Gold, Kobalt, Nickel …). Dazu habe ich mich durch den fesselnden Forschungsstand von Nanorobotern gewühlt und – wie ich meine plausibel – diesen in die Zukunft transformiert. Den Roman habe ich 2018 begonnen zu schreiben, derzeit sucht meine Literaturagentur einen Verlag. Umso überraschter war ich, als ich 2019 zufällig herausfand, dass 2017 zwei indische Forscher in Houston Versuche mit pulverisiertem Elektroschrott (Handys, Computermäuse) durchführten, um daraus (noch ohne Nanoroboter) Wertstoffe zu recyceln. Ich habe mit einem der beiden, mittlerweile Professor in Mumbai, geskypt und ihn gefragt, wie plausibel meine Romanidee sei. Er war begeistert, hält das in der Zukunft für nicht ausgeschlossen und will meinen Roman haben, wenn er in Englisch vorliegt. 2022 ist natürlich zu früh für die Nanoroboter, aber das ist eben dichterische Freiheit.

Das war das zweite Mal, dass ich eine Zukunftsidee im Roman eingearbeitet habe, für die ich ziemlich tief in unbekannte Materie einsteigen musste. Momentan arbeite ich – wie schon berichtet – an dem Nachfolger des „Kopfsturm“ (Arbeitstitel „… und der Tod lauert!“). Da habe ich ein völlig anderes Feld zu beackern. Mein Bösewicht will auf verbrecherische Weise 2025 ein Tiefseebergbauprojekt der Bundesregierung kapern, um reich zu werden. Dazu habe ich mich in bestehende Planungen eingelesen und war überrascht, dass die Bundesregierung in der Tat schon die Schürfrechte für ein 75000 Quadratkilometer großes Seegebiet vor Mexiko besitzt, in dem Manganknollen in großer Menge in 4000m Tiefe auf dem Meeresboden abgebaut werden sollen. Manganknollen sind 3-8cm große Klumpen, die bis zu 27 % aus dem Metall Mangan bestehen. Sie sind in Tiefen zwischen 4000 und 6000 Metern auf dem Meeresboden zu finden. Andere Elemente wie Kupfer, Cobalt, Zinkund Nickel sind mit 0,2–1 % enthalten, der Eisenanteil liegt bei 15 %. Diese Metallklumpen haben sich natürlich im Laufe von Millionen von Jahren gebildet. Ihr wirtschaftlicher Abbau ist nicht unproblematisch, aber daran forschen deutsche Firmen. Dr. Leibner ist mittlerweile Sprecher der Umweltorganisation Greenworld, er wird vom Bösewicht benutzt und auf perfideste Weise erpresst , um seine verbrecherischen Pläne voranzutreiben und wehrt sich natürlich wieder einmal – hoffentlich erfolgreich. Die Methode, wie Dr. Leibner erpresst wird, habe ich mir ausgedacht und sie mit einem Ingenieur diskutiert, er war so begeistert, dass er mir gesagt hat, er würde sie mir am liebten gleich bauen.

Die H2Nanokeramik, das Elektroschrottrecycling und auch der Manganknollenabbau sind nicht die Hauptthemen der Romane; es sind Thriller, die ihre Spannung aus den Handlungen schlechter Menschen und dem Abwehren durch die Guten ziehen. Doch es macht mir Freude, das Augenmerk der Leser auch hin zu Umweltfragen zu ziehen. Sie betreffen uns alle und es ist sicher nicht schlecht, neben einer spannenden Rahmenhandlung auch etwas darüber zu erfahren.

An diesen Beispielen seht ihr, dass der Einstieg in das eine oder andere auch neue Feld einen Romanplot bereichern kann und den Autor weiterbildet. In einen skizzierten Plot für einen historischen Roman habe ich übrigens die Masterarbeit meines Geschichtsstudiums einfließen lassen (Das vergebliche Ringen um politische Teilhabe. Die Frühphase der Entstehung der britischen Arbeiterbewegung (1820-1850) am Beispiel des William Lovett. (Auch bei Amazon erhältlich)). Er spielt in eben dieser Zeit der Entstehung der englischen Arbeiterbewegung und schildert die Rache eines von einem Lord vergewaltigten Mädchens an ihrem Peiniger, indem sie seinen Erstgeborenen gegen ihr eigenes Kind vertauscht. Wie aber gesagt, nur skizziert, muss noch geschrieben werden.

Ansonsten wünsche ich euch allen, dass ihr die Corona-Zeit an Körper und Geist unbeschadet übersteht. Dabei hilft Lesen und Freude schenken, geht auch mit meinen Romanen …

Herzlich

Euer Anton

… und der Tod lauert!

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

nein, keine schwere Erkrankung bei mir oder im Kreis meiner Lieben, die Zeile ist der Arbeitstitel meines neuen Thrillers. An dem arbeite ich derzeit verstärkt, weil mir bezogen auf den fertigen Roman „Kopfsturm“ ja die Hände gebunden sind. Die Literaturagentur macht ihren Job und ich muss warten. Ein hochwertiger Kontakt ist schon zu vermelden: ein renommierter deutscher Verlag hat Interesse an meinem Manuskript bekundet. Als ich den Namen hörte, habe ich geschluckt. Es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn das klappte … Aber wie gesagt ist Interesse noch kein Vertragsangebot. Hoffen darf man natürlich.

Der neue Roman spielt wieder in Hamburg und in/mit Fragestellungen aus der Umwelt (ganz modernen übrigens), der sich mein Held Dr. Gottfried Leibner als Sprecher von Greenwood Deutschland stellen muss. Ich musste mich in Technologien der Rohstoffgewinnung am Meeresboden einlesen – hochinteressant.

Tja, das ist meine momentane Beschäftigung als Autor. Ich hoffe, ihr habt die Geduld, auf die Veröffentlichung des Kopfsturm zu warten (maximal bis April/Mai 2021).

Euch allen ein schönes WE

Herzlich euer Anton