Schreiben bildet !

Liebe Freundinnen und Freunde,

Recherchieren gehört zum Schreiben dazu und je nach Thema muss das eigene Wissen um Details erweitert werden, um glaubhaft und plausibel zu bleiben. Man muss ja auch mit Lesern vom Fach rechnen, die nicht jede Fiktionalität akzeptieren. In meinem ersten Roman „Gegen die Gier“ lasse ich 2016 meinen Protagonisten Dr. Leibner einen neuen Wasserstoffträger finden – Nanokeramik. Dazu habe ich eine Menge über Wasserstofftechnologie gelesen und bin auf Forschungen zur Speicherung von Wasserstoff (H2) in Metallhydriden gestoßen; das habe ich dann zur H2Nanokeramik weitergesponnen, die Wasserstoff in Kartuschen für Autos speichert. Ich war natürlich sehr zufrieden, als ich von einem Bericht des NDR-Fernsehen am 17.01.2020 erfuhr, der zeigte, dass das Helmholtzzentrum Geesthacht mit der Autoindustrie an einem Pulver forscht, das in Form von Tabletten im Autotank wie ein Schwamm Wasserstoff bei 10 bar aufnimmt und in Kartuschen speichern soll. ( https://youtu.be/mOE7PqAIduQ)

In der Fortsetzung von „Gegen die Gier“, dem Roman „Kopfsturm“ hat Dr. Leibner 2022 die Idee, Elektroschrott zu pulverisieren und dann von Nanorobotern Wertstoffe herausziehen zu lassen (Gold, Kobalt, Nickel …). Dazu habe ich mich durch den fesselnden Forschungsstand von Nanorobotern gewühlt und – wie ich meine plausibel – diesen in die Zukunft transformiert. Den Roman habe ich 2018 begonnen zu schreiben, derzeit sucht meine Literaturagentur einen Verlag. Umso überraschter war ich, als ich 2019 zufällig herausfand, dass 2017 zwei indische Forscher in Houston Versuche mit pulverisiertem Elektroschrott (Handys, Computermäuse) durchführten, um daraus (noch ohne Nanoroboter) Wertstoffe zu recyceln. Ich habe mit einem der beiden, mittlerweile Professor in Mumbai, geskypt und ihn gefragt, wie plausibel meine Romanidee sei. Er war begeistert, hält das in der Zukunft für nicht ausgeschlossen und will meinen Roman haben, wenn er in Englisch vorliegt. 2022 ist natürlich zu früh für die Nanoroboter, aber das ist eben dichterische Freiheit.

Das war das zweite Mal, dass ich eine Zukunftsidee im Roman eingearbeitet habe, für die ich ziemlich tief in unbekannte Materie einsteigen musste. Momentan arbeite ich – wie schon berichtet – an dem Nachfolger des „Kopfsturm“ (Arbeitstitel „… und der Tod lauert!“). Da habe ich ein völlig anderes Feld zu beackern. Mein Bösewicht will auf verbrecherische Weise 2025 ein Tiefseebergbauprojekt der Bundesregierung kapern, um reich zu werden. Dazu habe ich mich in bestehende Planungen eingelesen und war überrascht, dass die Bundesregierung in der Tat schon die Schürfrechte für ein 75000 Quadratkilometer großes Seegebiet vor Mexiko besitzt, in dem Manganknollen in großer Menge in 4000m Tiefe auf dem Meeresboden abgebaut werden sollen. Manganknollen sind 3-8cm große Klumpen, die bis zu 27 % aus dem Metall Mangan bestehen. Sie sind in Tiefen zwischen 4000 und 6000 Metern auf dem Meeresboden zu finden. Andere Elemente wie KupferCobaltZinkund Nickel sind mit 0,2–1 % enthalten, der Eisenanteil liegt bei 15 %. Diese Metallklumpen haben sich natürlich im Laufe von Millionen von Jahren gebildet. Ihr wirtschaftlicher Abbau ist nicht unproblematisch, aber daran forschen deutsche Firmen. Dr. Leibner ist mittlerweile Sprecher der Umweltorganisation Greenworld, er wird vom Bösewicht benutzt und auf perfideste Weise erpresst , um seine verbrecherischen Pläne voranzutreiben und wehrt sich natürlich wieder einmal – hoffentlich erfolgreich. Die Methode, wie Dr. Leibner erpresst wird, habe ich mir ausgedacht und sie mit einem Ingenieur diskutiert, er war so begeistert, dass er mir gesagt hat, er würde sie mir am liebten gleich bauen.

Die H2Nanokeramik, das Elektroschrottrecycling und auch der Manganknollenabbau sind nicht die Hauptthemen der Romane; es sind Thriller, die ihre Spannung aus den Handlungen schlechter Menschen und dem Abwehren durch die Guten ziehen. Doch es macht mir Freude, das Augenmerk der Leser auch hin zu Umweltfragen zu ziehen. Sie betreffen uns alle und es ist sicher nicht schlecht, neben einer spannenden Rahmenhandlung auch etwas darüber zu erfahren.

An diesen Beispielen seht ihr, dass der Einstieg in das eine oder andere auch neue Feld einen Romanplot bereichern kann und den Autor weiterbildet. In einen skizzierten Plot für einen historischen Roman habe ich übrigens die Masterarbeit meines Geschichtsstudiums einfließen lassen (Das vergebliche Ringen um politische Teilhabe. Die Frühphase der Entstehung der britischen Arbeiterbewegung (1820-1850) am Beispiel des William Lovett. (Auch bei Amazon erhältlich)). Er spielt in eben dieser Zeit der Entstehung der englischen Arbeiterbewegung und schildert die Rache eines von einem Lord vergewaltigten Mädchens an ihrem Peiniger, indem sie seinen Erstgeborenen gegen ihr eigenes Kind vertauscht. Wie aber gesagt, nur skizziert, muss noch geschrieben werden.

Ansonsten wünsche ich euch allen, dass ihr die Corona-Zeit an Körper und Geist unbeschadet übersteht. Dabei hilft Lesen und Freude schenken, geht auch mit meinen Romanen …

Herzlich

Euer Anton

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …