Was macht ein Autor …

… während Corona?

Liebe Freundinnen und Freunde,

Klar, schreiben – was sonst? Aber, ich bin ehrlich, natürlich fehlen die Kontakte mit Freundinnen und Freunden, die Restaurant- und Theater/Kinobesuche und die Besuche der Kinder und Enkel. Manchmal fahre ich nur in den Nachbarort (Neuwied), um dort in einer weitgehend menschenleeren Stadt am offenen Fenster meines Stammcafés einen Kaffee im Stehen aus der Hand zu trinken. Ich bin auch schon in einen großen Supermarkt ohne jeden Kaufwunsch gegangen, um mich (mit Abstand) unter Menschen zu bewegen. Die Baumärkte sind ja zu.
Anderen geht es auch so. Vor ein paar Tagen hatten wir die Nachbarn zum Essen. Sie begrüßten uns mit den Worten „Wunderbar – Menschen aus der Nähe!“ Meine Frau und ich gehen am Wochenende stets gemeinsam spazieren (meist in Koblenz) und stellen auch dort gähnende Leere fest. Im Parkhaus verliert sich das Auto, so leer ist es. Klar, man kommt runter, „entschleunigt“ wie es so schön heißt. Aber allmählich reicht die Entschleunigung. Sport kann man draußen treiben, was ich regelmäßig tue. Dabei sehe ich viel mehr Menschen draußen spazierengehen wie sonst; die treibt es auch raus an die frische Luft. Nur nicht wie mich bei jedem Wetter; Regen reduziert die Anzahl der Begegnungen mit Radfahrern und Spaziergängern erheblich. Dann hat man die Insel Niederwerth für sich. Beim Sport denke ich – wenn ich nicht Radio höre – über meinen Roman nach, den ich gerade in der Feder habe. Oft fallen mir Änderungen ein oder es schleichen sich Ideen für eine neue Kurzgeschichte in die Hirnwindungen.
Was mir besonders fehlt ist das Billardspielen, an zwei Tagen die Woche spiele ich in Neuwied in einem Verein. Alles zu seit Anfang November, sehr schade. Und mein Spanischkurs (VHS) ist auch abgesagt seit Verschärfung des Lockdowns Mitte September; geplante Fortsetzung 3.Februar; kann man wohl auch knicken. Spanisch mit Maske macht auch nicht sehr viel Spaß, und eine Reihe der Teilnehmer hat doch sehr viel Angst vor Ansteckung trotz intensiver AHA-Regeln. Ehrlich – auch wenn ich zur Risikogruppe gehöre, habe ich nur wenig Angst vor Ansteckung, mein Immunsystem ist in Schuss und AHA ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Zudem bin ich wohl bald mit Impfen dran.
Was mir noch fehlt, ist die Nachricht meiner Literaturagentin, dass sie einen Verlag für mein fertiges Manuskript (Kopfsturm) gefunden hat. Die Zeiten stehen aber nicht sehr gut für dies Unterfangen und Geduld ist nicht meine starke Seite. Seit Mai fertig und es liegt nur rum … egal, gehen wir auf Anfang: weiter an der Fortsetzung schreiben. Sie nähert sich der 200-Seiten-Grenze und wird gut, davon bin ich überzeugt.
Was mir natürlich nicht fehlt, sind die idiotischen Tweets von Trump, den ich nicht für verrückt halte, sondern für grottig unmoralisch und natürlich für den schlechtesten Präsidenten, den die USA wohl je hatten. Möge er in der Jauchengrube der Geschichte verschwinden! Hoffentlich …


Ansonsten seht ihr, geht’s mir wie vermutlich euch.

In dem Sinne hoffen wir auf Besserung.
Seid alle herzlich gegrüßt

Euer Anton

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …