Zäh wie bei meiner Masterarbeit …

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich habe eben die S. 81 des Manuskripts „Die Sternwarte des Dogen“ entworfen/geschrieben. Dabei fiel mir auf, als ich durch diverse Bücher und Dokumente wühlte, um eine Szene zu schreiben, dass es ein wenig so aussieht, wie während meiner Masterarbeit. Gezählt habe ich 19 Bücher (z.T. neu angeschafft), zwei Zeitschriften und etwa 60 Internetdokumente, zu denen ab und zu neue kommen.

Z.B. gestern, als ich mich damit befasst habe, ab wann in Venedig Zement genutzt wurde. Erst nach 1700, also muss ich herausfinden, wie das zu der Zeit gehandhabt wurde, in der mein Roman spielt. Zum Glück soll man schon mit einer „Pozzuloanerde“ experimentiert haben. Wenn ich solche Hinweise nicht finde, muss ich mir etwas Neues ausdenken, den Plot so umbiegen, dass es passt. Ein wirklich spannendes Unterfangen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

Anderes Beispiel: Zwei Personen (ein Engländer, ein Deutscher) sollen (so der Szenenplan) von meinem Protagonisten in der Nacht vor großer Gefahr gewarnt und versteckt werden, damit sie fliehen können. Beim Schreiben fällt mir auf, dass die beiden im Roman kein Italienisch/Venezianisch sprechen und mein Protagonist immer nur per Dolmetscher mit ihnen kommuniziert. Der Dolmetscher ist ein Spion, der den Antagonisten informieren würde, womit ein entscheidender späterer Punkt in der Geschichte nicht mehr passieren könnte … Ich muss den Plot also so umbauen, dass es plausibel funktioniert. Das darf natürlich nicht „out of the Blue“ passieren, sondern muss im Vorlauf der Geschichte glaubhaft vorbereitet/entwickelt werden. Schreiben ist insoweit ständiges Umschreiben.

Vielleicht wird euch so ein bisschen deutlich, warum so ein historischer Roman so lange Zeit in Anspruch nimmt. Ganz ehrlich, einen Thriller von 300 Seiten in der Neuzeit habe ich bisher immer in etwa 5-6 Monaten entworfen. An diesem Werk arbeite ich schon seit März und habe erst ein vermutliches Viertel bis Drittel. Aber gut Ding will eben Weile ..

Euch noch ein schönes Wochenende

Herzlich euer

Anton

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …