Kein dicker Bock!

Hallo, Freundinnen und Freunde,

mit dem Lektor habe ich das Manuskript durchgearbeitet, er hat keinen dicken Bock gefunden. Er hat mich – ganz im Gegenteil – ziemlich gelobt.

Nicht, dass er seinen Stift nicht hätte zücken müssen. Das hat er sehr oft getan. Es ist peinlich, wie viele Fehler man selbst übersieht. Deshalb ist die Institution Lektor(in) äußerst wichtig und uneingeschränkt zu begrüßen. Unvoreingenommen auf einen Text sehen zu können, ist ein Vorteil, den Testleser nicht unbedingt haben. Bei mir waren es Bekannte/Freunde/Freundinnen, die natürlich beteuern, objektiv und scharf zu kritisieren – was sie aber letzten Endes nicht tun. Meine Frau und meine Kinder haben den Konflikt nicht gescheut und deutlicher kritisiert, natürlich konstruktiv. Trotzdem hat der Lektor etwa dreihundertmal etwas moniert, Grammatik und Interpunktion, Tippfehler und Schlampigkeit im Ausdruck – aber eben keine Logik- oder Chronologiefehler. Das freut mich sehr.

Und so geht der Text jetzt zum Setzer und dann heißt es als Letztes die Druckfahnen korrigieren, d.h. auf Fehlerfreiheit prüfen. Das passiert leider händisch, nicht automatisiert wie in Word. Wird noch mal anstrengend. Aber wir machen es beide, Lektor und Autor. Die letzte Verantwortung für den Text liegt bei mir. Das „Imprimatur“ (lat. „es wird gedruckt“) des Autors auf der Druckfahne ist die letzte Druckfreigabe, dann ist die Maschine dran. Aber hoffentlich nicht so eine wie im Beitragsbild …

Ich halte euch auf dem Laufenden

Herzliche Grüße

euer Anton

Bin ja so gespannt …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

der erste Schritt naht, um mein Manuskriptes „Kopfsturm“ aus Sicht des Verlages fertigzustellen. Der Lektor prüft auf Grammatik, Zeichensetzung, Chronologie- und/oder Logikfehler. Natürlich glaube ich nicht, dass da viel zu finden sein wird – aber der Teufel kann ein Eichhörnchen sein. Dass mein Verleger von dem Text „sehr angetan“ war, heißt nicht, dass Lektorenarbeit entbehrlich wird. Zum einen sind Fehler tatsächlich wahrscheinlich. Mir sind schon selbst beim Durchlesen nach längerer Zeit Fehler aufgefallen, Kleinigkeiten zwar in Grammatik und Zeichensetzung und schlichte Tippfehler (beliebt: Buchstabendreher) aber s.o.

Bei der Chronologie schließe ich auch nichts aus, weil ich die Handlung ursprünglich in 2025 spielen ließ (Fertig war das Manuskript April 2020) und auf Wunsch der Literaturagentin nach 2022 vorverlegt hatte (bei gleichzeitiger Änderung des Handlungsortes von London nach Hamburg) und dann nach Absprache mit meinem Verleger wieder zurück ins Jahr 2025 geschoben habe. Logikfehler können z.B. dadurch passieren, dass ich Aktionen/Entwicklungen im Plot möglicherweise nicht sauber, deutlich oder lange genug vorher vorbereitet habe. Man kennt das aus schlechten Filmen: Am Ende ist jemand der Täter, der erst kurz vor der Auflösung auftritt oder der Protagonist kann plötzlich wie ein Rennfahrer Auto fahren, weil es gerade passt, aber davon war im Roman vorher nie die Rede. So etwas tue ich natürlich nicht. Aber beim Roman „Gegen die Gier“ ist z.B. erst bei der Prüfung durch den Lektor aufgefallen, dass eine Figur mit jemandem diskutiert, aber erst einige Absätze später das Zimmer betritt. Oder jemand wird mit „John“ begrüßt und als „Ben“ verabschiedet. Man kann es kaum glauben, aber der Autor übersieht das leicht, weil er weiß, was da stehen muss und es überliest.

Deshalb kann ich euch sagen, bin ich wirklich gespannt wie ein Flitzebogen auf die erste Mail meines Lektors. Er teilt das Manuskript (312 Seiten) in drei Teile à 100 Seiten und wird es mir nächste Woche beginnend kommentiert zuschicken. Wie weit die Wünsche des Lektors gehen können, weiß ich auch nicht. Ob er zum Beispiel den Namen „Gottfried Leibner“ für zu altbacken halten darf (wobei es dafür ja einen Grund gibt, wie ihr Blogleser wisst) und einen anderen vorschlägt, weiß ich nicht. Dass Handlungsort und -jahr änderbar sind, ist mir schon deutlich geworden. Aber – wenn ich mich richtig informiert habe, müssen alle wesentlichen Eingriffe in den Text mit mir abgestimmt werden. Das war bei Ort und Jahr der Fall. Bezüglich Titel und Cover habe ich ein Mitspracherecht, aber den Stichentscheid trifft der Verlag, so steht es im Vertrag. Ich hoffe in jedem Fall auf einen fruchtbaren Dialog mit dem Lektor und dass am Ende die wirklich bestmögliche Fassung des Kopfsturm dabei herauskommt.

Ich halte euch auf dem laufenden.

Ach ja, ansonsten bin ich natürlich nicht untätig. Der vierte Roman um Gottfried Leibner und seine Frau Eliza nimmt Gestalt an. Ich habe schon einen Szenenplan, hadere aber noch an dem einen oder anderen Plotelement. Daneben harre ich der Reaktionen der 22 angeschriebenen Literaturagenturen wegen meines historischen Romans (3 haben schon abgesagt). Am 10.1. habe ich sie angeschrieben, die meisten werden nicht reagieren. Nach drei Monaten – schreiben die meisten in ihre Website – kann man auch ohne Rückantwort von einer Ablehnung ausgehen. Mitte April wäre dann die Entscheidung zu fällen, den Roman umbenannt in „Die venezianische Sternwarte“ als Selfpublisher herauszugeben. Warten wir ab.

Ich wünsche euch Gesundheit und eine gute Zeit.

Herzlich euer Anton

Wer spricht denn da?

Hallo, Freundinnen und Freunde,

ich sitze nicht rum, während ich warte, dass die Überarbeitung des „Kopfsturm“ mit dem Lektor losgeht. Ich feile weiter an meinem historischen Roman.

Ein spezielles Problem dabei: Im 17. Jahrhundert hat man noch völlig anders gesprochen als heute. Ein Beispiel aus einem Brief von 1680: Habe Ew. (Euer)Schreiben Selbst überreichet, und hat Er Mir versprochen es zu beantworten, hielte im übrigen für gut und approbirte Ew. Meinung das dessein fortzusetzen. Worbey aber en particulier Ich zu erinnern habe dieses, nemlich ist Sich täglich bey Ankunfft seiner Exzellenz einer Abförderung nach Hannover vermuhten.

Schwer zu verstehen, wie ihr seht, ganz erschließt sich der Sinn mir auch nicht. Insbesondere fallen das eingeschobene „e“ bei „überreichet“ auf, ebenso wie eingeschobene lateinische („approbirte“) und französische („en particulier“) Ausdrücke. Dies war die Sprache der Gebildeten.

In einigen historischen Romanen, die ich gelesen habe, umgeht man das Problem, in dem man es weglässt. Die Sprache ist neuzeitlich bis auf Nutzung von „Ihr“ und „Euch“ statt „Sie“ und „Ihnen“. So hatte ich es im ersten Entwurf auch getan. Aber irgendwie erschien mir das nicht zeitgenössisch genug. Deshalb habe ich in der jetzigen Fassung in den Dialogen bei einer Figur (Leibniz) das Hannoversche Deutsch des Barock angedeutet. Ein Beispiel: „Ihro Gnaden könnten mir assistieren, ein passend Archiv zu finden, in dem ich für meinen Herzog laborieren kann.“ Das ist noch zu verstehen und deutet doch an, wie Leibniz tatsächlich gesprochen haben könnte. In seinen Briefen wimmelt es übrigens von Latein und Französisch. In einem historischen Roman sollte man die behandelte Zeit ein klein wenig heraushören, finde ich …

Leibniz ist eine – wenn auch wichtige – Nebenfigur im Roman. Die Anzahl seiner wörtlichen Reden in 260 Seiten ist überschaubar. Der Leser wird weder überfordert noch gelangweilt und ich habe es bei ihm belassen. Die anderen handelnden Personen sprechen bis auf „Ihr“ und „Euch“ neuzeitlich und auf den ersten Blick verständlich.

Ich werde in wenigen Wochen für „Die Sternwarte des Dogen“ auf Suche nach einer Agentur gehen. Wie schon geschrieben, hat mein Verlag kein Interesse an historischen Romanen, die im Übrigen als „Erzählende Literatur“ Teil der Belletristik sind, wie ihr sicher wisst.

Euch eine möglichst stressfreie pandemische Zeit. We shall overcome!

Herzlich

euer Anton

ICH HAB IHN!

Liebe Freundinnen und Freunde,

was lange währt, wird bekanntlich gut. Es scheint sich zu bewahrheiten. Ihr habt ja die Geschichte um mein Manuskript „Kopfsturm“ schon verfolgen können – und jetzt habe ich ihn, den Verlagsvertrag. Eben unterschrieben und verschickt. Der Verlag wird meinen Roman in sein Verlagsprogramm 2022 aufnehmen. Klar, den Titel und das Cover vom privaten Probedruck habe ich jetzt nicht mehr in der Hand. Endgültig könnte der Roman also nicht nur anders aussehen, sondern auch anders heißen. Ich bin aber nicht ohne Zuversicht, dass mein Entwurf nicht schlecht ist und sich behauptet. Doch wir werden sehen.

Insoweit schwebe ich ein bisschen. Immerhin ist es nicht einfach, bei etwa 40000 Verlagsautoren aus dem Kreise von 350.000 bis 400.000 Selfpublishern einen Verlag zu überzeugen, dass er glaubt, mit meinem Werk Geld verdienen zu können. Reich will ich nicht werden, aber dass mein Roman im nächsten Jahr irgendwann in den Buchhandlungen stehen wird, ist schon tolles Gefühl.

Ich wünsche euch auch viele Gelegenheiten, euch zu freuen

Herzlich

euer Anton

Fertig! Nummer Drei auf Halde …

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

der erste Entwurf meines historischen Romans ist fertig. Es sind 263 Seiten geworden.

Wovon er handelt? Hier die Kurzfassung:

Fabricio Mansani, zweiter Baumeister der Republik Venedig, gerät im Jahre 1689 beim Bau einer pompösen Sternwarte unfreiwillig zwischen die Fronten Venedigs und des Vatikans und droht zermalmt zu werden.

Das Cover ist ebenso Entwurf wie der Text, ich hoffe natürlich auch hier auf einen Verlag. Wie angedeutet habe ich jetzt den dritten Roman auf Halde, wobei die „Sternwarte des Dogen“ sicher noch die meiste Überarbeitung benötigt.

Doch eines ist klar, wenn mein „Kopfsturm“ keinen Verlag findet und „Ein Tropfen Angst“ auch nicht, werde ich sie im selfpublishing herausbringen und für den historischen Verlag gehe ich auf neue Suche, denn mit historischen Romanen befassen sich nur wenige Verlage.

Es wird werden … 🙂

Euch allen eine gute Zeit

Herzlich euer Anton

… die zweihundert sind überschritten!

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

die erreichte Seitenzahl des ersten Entwurfs meines Venedigromans „Die Sternwarte des Dogen“ ist 207! Es werden keine 300 werden wie bei meinen vorherigen Thrillern, aber ein dünnes Bändchen wird es nicht, ich rechne mit etwa 230 – 240 Seiten. Man wird es nicht in eineinhalb Stunden zu lesen schaffen 🙂

Im Bild zu dem Blogbeitrag seht Ihr meine Karte, mit der ich mich in der Geschichte orientiert habe. Sie zeigt wesentliche Orte der Handlung. Der Roman spielt 1689, die Karte ist aus dem 18. Jh; ich denke, die Ungenauigkeiten halten sich in Grenzen. Ich benutze zur Orientierung parallel auch noch eine moderne Karte und stelle fest, es gibt einige Änderungen. Die historische Karte habe ich aus einem Buch, das wichtige Orte (Gebäude, Kirchen, Plätze) gekennzeichnet hat, das macht die Einordnung leicht. Da man sich ja im Jahre 1689 nicht mit Motorbooten bewegt hat, musste ich die Entfernungen immer bei „schnellen“ Ortswechseln, Benachrichtigungen etc. berücksichtigen. Mittlerweile kenne ich mich ganz gut aus in der Stadt. Meine Frau und ich haben beschlossen, im nächsten Frühjahr noch einmal nach Venedig zu reisen. Für unmittelbare Recherche wird es möglicherweise nicht zu spät sein, weil ich mit einem weiteren Jahr zur Überarbeitung rechne. Der erste Entwurf braucht nicht mehr lange, dann beginnt die eigentliche Arbeit. Man glaubt nicht, wieviele Ungenauigkeiten, Löcher und Fehler man noch findet, obwohl man sich doch solche Mühe gegeben hat. Am meisten ärgern mich Plotfehler (Dinge, die gar nicht so passieren können), freuen tun mich immer sich plötzlich ergebende Möglichkeiten, den Leser im Plot plausibel weiter zu verwirren oder sinnvolle, belebende Ergänzungen, die sich auftun.

Insoweit ist die Überarbeitung entspannend und aufregend zugleich. Da sich ja mit meinen hängenden Romanen etwas tun wird (Der „Kopfsturm“ ist beim Verlag nach wie vor im Rennen, der Chef hat mich nicht vergessen. Er reagierte innerhalb von 30 Minuten auf meine entsprechende Frage positiv; nur ist die endgültige Entscheidung eben noch nicht getroffen. Der „Ein Tropfen Angst“ liegt bei meiner Agentin, sie prüft den ersten Entwurf), habe ich je nach Entwicklung mit der Veröffentlichungen beiden Romane als Selfpublisher zu tun. Das würde natürlich die Arbeit an der Sternwarte verzögern.

Aber egal, die Arbeit geht mir nicht aus …

Euch hoffentlich auch nicht und ich wünsche Euch, dass Ihr so viel Freude dran habt wie ich.

Herzlich

Euer Anton

Zäh wie bei meiner Masterarbeit …

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich habe eben die S. 81 des Manuskripts „Die Sternwarte des Dogen“ entworfen/geschrieben. Dabei fiel mir auf, als ich durch diverse Bücher und Dokumente wühlte, um eine Szene zu schreiben, dass es ein wenig so aussieht, wie während meiner Masterarbeit. Gezählt habe ich 19 Bücher (z.T. neu angeschafft), zwei Zeitschriften und etwa 60 Internetdokumente, zu denen ab und zu neue kommen.

Z.B. gestern, als ich mich damit befasst habe, ab wann in Venedig Zement genutzt wurde. Erst nach 1700, also muss ich herausfinden, wie das zu der Zeit gehandhabt wurde, in der mein Roman spielt. Zum Glück soll man schon mit einer „Pozzuloanerde“ experimentiert haben. Wenn ich solche Hinweise nicht finde, muss ich mir etwas Neues ausdenken, den Plot so umbiegen, dass es passt. Ein wirklich spannendes Unterfangen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

Anderes Beispiel: Zwei Personen (ein Engländer, ein Deutscher) sollen (so der Szenenplan) von meinem Protagonisten in der Nacht vor großer Gefahr gewarnt und versteckt werden, damit sie fliehen können. Beim Schreiben fällt mir auf, dass die beiden im Roman kein Italienisch/Venezianisch sprechen und mein Protagonist immer nur per Dolmetscher mit ihnen kommuniziert. Der Dolmetscher ist ein Spion, der den Antagonisten informieren würde, womit ein entscheidender späterer Punkt in der Geschichte nicht mehr passieren könnte … Ich muss den Plot also so umbauen, dass es plausibel funktioniert. Das darf natürlich nicht „out of the Blue“ passieren, sondern muss im Vorlauf der Geschichte glaubhaft vorbereitet/entwickelt werden. Schreiben ist insoweit ständiges Umschreiben.

Vielleicht wird euch so ein bisschen deutlich, warum so ein historischer Roman so lange Zeit in Anspruch nimmt. Ganz ehrlich, einen Thriller von 300 Seiten in der Neuzeit habe ich bisher immer in etwa 5-6 Monaten entworfen. An diesem Werk arbeite ich schon seit März und habe erst ein vermutliches Viertel bis Drittel. Aber gut Ding will eben Weile ..

Euch noch ein schönes Wochenende

Herzlich euer

Anton

Bei der Arbeit in der Sternwarte.

Liebe Freundinnen und Freunde,

das Bild zu diesem Beitrag ist ein Blick auf einen Teil meines Schreibtisches, den kreative Unordnung beherrscht. Zuoberst habe ich mein gerade erhaltenes monumentales Werk über Recht, Kultur und Leben in Venedig gelegt. Offen sind zwei Standardwerke über das private Leben in der Renaissance, die ausgedruckte Tabelle dahinter ist der allererste Szenenplan meines neuen Romans „Die Sternwarte des Dogen“. Er spielt in Venedig gegen Ende des 17. Jahrhunderts, voraussichtlich 1689. Warum in diesem Zeitraum? Ich lasse Leibniz und Newton darin dem Dogen von Venedig helfen, eine Sternwarte zu bauen, die höher, moderner, größer als die des Papstes sein soll. Der Papst hat tatsächlich in Castel Gandolfo eine Sternwarte bauen lassen (im 16. Jh, die besteht heute noch), der Doge in Venedig nie. Aber das ist eben dichterische Freiheit, die ich mir nehme. Leibniz war übrigens zu der Zeit tatsächlich in Venedig, Newton nie.

Ich habe hier im Blog schon über das Grundthema „Schreiben eines historischen Romans“ geschrieben. Aber jetzt bin ich mittendrin, denn die zweite Fortsetzung von „Gegen die Gier“ ist im Entwurf fertig. Die erste „Kopfsturm“ ruht bis September, wenn ich noch einmal mit dem Verleger spreche, ob er ihn angesichts hoffentlich verbesserter Rahmenbedingungen des Buchmarktes herausbringen will. Die zweite Fortsetzung „Ein Tropfen Angst“ (vorher „Der Tod lauert“) lagert zwischen und harrt der endgültigen Überprüfung durch meine Literaturagentur. Und so habe ich mit der Sternwarte angefangen. Zuallererst braucht es natürlich einen spannenden Plot: Ich will meinen Lesern keine historische Dokumentation eines fiktiven Ereignissen liefern, sondern spannendes Geschehen im historischen Kontext. Meine Frau nennt es nur „Mord und Totschlag“. Das ist natürlich schrecklich verkürzt und trifft die „Sternwarte des Dogen“ nur oberflächlich. Vielmehr folgen wir dem Schicksal eines Einzelnen, einem Baumeister, der im Grund nur ein friedliches Leben führen will und ungewollt zwischen die knallharten Fronten des Dogen und des Vatikans gerät. Diese Fronten waren starr und konsequent grausam, heute würde man es „interessenorientiert“ nennen.

Der Plot ist im Entwurf da. Danach beginnt die Detailarbeit, weil sich eben nichts aus lockerer Hand schreiben und beschreiben lässt. Reden, reisen, arbeiten, kommunizieren, sich kleiden, essen, wohnen, feiern … – um nur ein paar Bereiche zu nennen, fanden zeitgemäß statt. Ein Beispiel für die Schwierigkeiten: Meine Eingangsszene soll in einer Taverne spielen. Wie ist sie eingerichtet? Beleuchtet? Was isst und trinkt man aus welchem Geschirr? Wie sind die Menschen angezogen? Wo liegt die Taverne in Venedig? Wie bezahlt man und womit? Welche Menschen treffen sich dort um welche Zeit? All das lässt sich nicht aus dem Handgelenk schütteln. Ich habe im ersten Ansatz das Internet bemüht und alle möglichen Beschreibungen Venedigs gesammelt, zum Teil sehr detaillierte gefunden. Dann habe ich vorhandene Literatur gesichtet, ein bisschen was passendes hat mein Studium gebracht. Die und ein paar Romane, die in Venedig spielen, habe ich nach Stellen durchforstet, die die Gegebenheiten beschreiben (Bauen, Wohnen, Kleiden, Maße und Gewichte, Transport und Kommunikation usw.). Ich habe eine ganze Menge gefunden und auf diese Weise drei Liebesromane gelesen, was ich normalerweise nicht tun würde.

Tja und dann bin auf diesen 928-Seiten-Schmöker über Venedig gestoßen, den ich antiquarisch erstehen konnte. Den lese ich jetzt durch und notiere/markiere jeden Hinweis von Belang; denn die Handlung habe ich durch meinen Szenenplan, den ich mit der Schneeflockenmethode erstellt (siehe Blog-Beitrag dazu) ja grob und noch flexibel im Kopf. Ich weiß also, wann ich welches Detail voraussichtlich benötige. Historische Romane finden ihr Publikum neben der Story hauptsächlich durch die Detailgenauigkeit. Da möchte ich möglichst wenige Fehler machen, am besten keine.

So sieht meine Arbeit in der Sternwarte derzeit aus.

Das heißt nicht, dass ich sie nicht unterbreche, wenn sich bei den anderen Baustellen Notwendigkeiten ergeben.

Zusammengefasst: Ich komme mir vor wie bei meiner Masterarbeit im Studium.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

Herzlich

euer Anton

… war wohl doch nichts, oder?

Liebe Freundinnen und Freunde,

das erste halbe Jahr der Suche meiner Literaturagentur nach einem Verlag für den „Kopfsturm“ ist um – bisher ohne Erfolg. Eine kleine Chance gibt es noch, aber ich beginne, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Ich muss es doch wieder in die eigene Hand nehmen. Zwar bin ich stolz, dass ich mit meinem Manuskript vor professionellen Augen bestanden habe, doch zum letzten Schritt hat es – wie es aussieht – noch nicht gereicht. Ursachenforschung werde ich mit meiner Agentin noch betreiben, es mag aber auch an der Zeit liegen: Pandemie, alles geschlossen, Verlage fahren ihre Programme zurück. Newcomer haben es immer schwer, die Qualität reichte eben doch nicht. Möglicherweise ein Mix aus allen. Das einzige, an dem ich schrauben kann, ist die Qualität – das nehme ich mir vor. Meine Agentin sagte mir, dass man als Autor mit jedem Werk besser wird. Dem stimme ich uneingeschränkt zu und es lässt mich beherzt am Nachfolger des Kopfsturm arbeiten.

Der Blick nach vorn, möglicherweise wieder als selfpublisher, stimmt auch nicht froh: Keine offenen Stätten für Lesungen in der nächsten Zeit, wenn dann mit strengen Hygienevorschriften. Das zieht Leser und Interessierte nicht gerade an. Meine Reichweite ist beschränkt. Der Blog, Facebook, Plakate und Lesungen sowie die paar hundert Fans, die ich in der Gegend schon habe. Was also tun? Ich werde meine Lesungen auch digital anbieten, über meine vorhandenen Kanäle dafür werben und vielleicht so den einen oder anderen neuen Leser gewinnen. Welches Konferenzmedium ich nehme, weiß ich noch nicht : Zoom ist verbreitet, Jitsimeet ist genauso gut und sogar kostenlos. Mal sehen.

Soll heißen, ich werde das eine tun – online Lesungen halten – und das andere nicht lassen – konventionell in einem Lokal oder Café lesen, wo die Zuhörer dabei etwas essen und trinken können. Im Café kann ich darüber hinaus Bücher live verkaufen und signieren. Online ist nur Werbung möglich und Bereitstellen der Links zum BoD-Buchshop.

Nebenbei suche ich übrigens an den Filmhochschulen des Landes nach interessierten Studentinnen/Studenten für mein Drehbuch des Erstlings „Gegen die Gier“. Dazu hängen Aufrufe an den Schwarzen Brettern einiger solcher Institutionen. Vielleicht tut sich ja da noch was.

Also – die Welt geht nicht unter, wenn ich es nicht mit dem Verlag klappen sollte, es geht nur anders weiter.

In dem Sinne, bleibt alle gesund

Herzlich

Euer Anton

Was macht ein Autor …

… während Corona?

Liebe Freundinnen und Freunde,

Klar, schreiben – was sonst? Aber, ich bin ehrlich, natürlich fehlen die Kontakte mit Freundinnen und Freunden, die Restaurant- und Theater/Kinobesuche und die Besuche der Kinder und Enkel. Manchmal fahre ich nur in den Nachbarort (Neuwied), um dort in einer weitgehend menschenleeren Stadt am offenen Fenster meines Stammcafés einen Kaffee im Stehen aus der Hand zu trinken. Ich bin auch schon in einen großen Supermarkt ohne jeden Kaufwunsch gegangen, um mich (mit Abstand) unter Menschen zu bewegen. Die Baumärkte sind ja zu.
Anderen geht es auch so. Vor ein paar Tagen hatten wir die Nachbarn zum Essen. Sie begrüßten uns mit den Worten „Wunderbar – Menschen aus der Nähe!“ Meine Frau und ich gehen am Wochenende stets gemeinsam spazieren (meist in Koblenz) und stellen auch dort gähnende Leere fest. Im Parkhaus verliert sich das Auto, so leer ist es. Klar, man kommt runter, „entschleunigt“ wie es so schön heißt. Aber allmählich reicht die Entschleunigung. Sport kann man draußen treiben, was ich regelmäßig tue. Dabei sehe ich viel mehr Menschen draußen spazierengehen wie sonst; die treibt es auch raus an die frische Luft. Nur nicht wie mich bei jedem Wetter; Regen reduziert die Anzahl der Begegnungen mit Radfahrern und Spaziergängern erheblich. Dann hat man die Insel Niederwerth für sich. Beim Sport denke ich – wenn ich nicht Radio höre – über meinen Roman nach, den ich gerade in der Feder habe. Oft fallen mir Änderungen ein oder es schleichen sich Ideen für eine neue Kurzgeschichte in die Hirnwindungen.
Was mir besonders fehlt ist das Billardspielen, an zwei Tagen die Woche spiele ich in Neuwied in einem Verein. Alles zu seit Anfang November, sehr schade. Und mein Spanischkurs (VHS) ist auch abgesagt seit Verschärfung des Lockdowns Mitte September; geplante Fortsetzung 3.Februar; kann man wohl auch knicken. Spanisch mit Maske macht auch nicht sehr viel Spaß, und eine Reihe der Teilnehmer hat doch sehr viel Angst vor Ansteckung trotz intensiver AHA-Regeln. Ehrlich – auch wenn ich zur Risikogruppe gehöre, habe ich nur wenig Angst vor Ansteckung, mein Immunsystem ist in Schuss und AHA ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Zudem bin ich wohl bald mit Impfen dran.
Was mir noch fehlt, ist die Nachricht meiner Literaturagentin, dass sie einen Verlag für mein fertiges Manuskript (Kopfsturm) gefunden hat. Die Zeiten stehen aber nicht sehr gut für dies Unterfangen und Geduld ist nicht meine starke Seite. Seit Mai fertig und es liegt nur rum … egal, gehen wir auf Anfang: weiter an der Fortsetzung schreiben. Sie nähert sich der 200-Seiten-Grenze und wird gut, davon bin ich überzeugt.
Was mir natürlich nicht fehlt, sind die idiotischen Tweets von Trump, den ich nicht für verrückt halte, sondern für grottig unmoralisch und natürlich für den schlechtesten Präsidenten, den die USA wohl je hatten. Möge er in der Jauchengrube der Geschichte verschwinden! Hoffentlich …


Ansonsten seht ihr, geht’s mir wie vermutlich euch.

In dem Sinne hoffen wir auf Besserung.
Seid alle herzlich gegrüßt

Euer Anton