Lyrik kann schön sein …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

gestern habe ich wieder einmal an einer Veranstaltung des Literaturcafés in Urbar teilgenommen. Gut besucht, ca. 30 Leute. Es war ja auch kein Wetter für draußen …

Wie schon erwähnt, kann jeder teilnehmen. Man liest aus eigenen Texten, stellt ein Buch vor, das einem gefällt, trägt ein Gedicht vor oder ein Lied zur Gitarre. Gestern waren zwei Autoren da, ich einer davon, ein Liedermacher (spielte gut Gitarre, Songs melodisch gut, leider akustisch schlecht zu verstehen). Eine Dame stellte ein Buch vor (Anna Magdalena Bössen – Deutschland ein Wandermärchen), in dem die Autorin in 31 Kapiteln kurzweilig eine Radtour durch Deutschland beschreibt und jedes ihrer Kapitel mit einem sorgfältig ausgesuchten Gedicht abschließt. Soweit – so gut. Für das Vortragen von 6 ausgelosten Gedichten hatte die Dame Fritz Stavenhagen aus Neuwied eingeladen, der seit 2001 eine Website http://www.deutschelyrik.de betreibt. Dort hat er u.a. schon über 1000 deutsche Gedichte vertont, die man kostenlos anhören oder für 1€ downloaden kann; mehr als 3 Mio Aufrufe pro Jahr (downloads glaube ich nicht …).  Stavenhagen ist gelernter Schauspiel, Rundunksprecher und vermag Gedichte so vorzutragen, dass es ein Genuss ist zuzuhören. U.a. trug er Deutschland – ein Wintermärchen von Heine vor. Große Kunst, machte sprachlos. Ich bin kein großer Freund von Lyrik, aber das war wundervoll.

Ich selbst habe aus meinem Unheilbruder vorgetragen. Im Literaturcafé hat man etwa 20 Minuten. Es war nicht einfach, in der kurzen Zeit etwas aus dem Roman vorzulesen, das Lust auf mehr macht. Aber ich glaube, es ist mir gelungen und ich habe ein paar Fans mehr gewonnen.

Weihnachten naht und ich empfehle natürlich meine Werke für den Gabentisch …

Ich plane möglicherweise eine Autoren-Cashback-Aktion wie im letzten Jahr (nur weniger kompliziert). Also, wer ein oder mehr Bücher von mir im BOD-Buchshop kauft und mir eine Rechnungskopie mailt kriegt 2,50€ bei einem Roman oder 6€ bei beiden Romanen zurück. Na, Interesse? Angebot kommt demnächst hier und bei Facebook.

Ansonsten eine schöne Woche für euch.

Herzlich

euer Anton

 

So könnte sie aussehen …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

eine neue Rezension von einem richtigen Fan. Wie auf dem Bild könnte sie aussehen, wenn es eine „Sie“ ist.

am 7. Oktober 2018
Spannung pur – der zweite Thriller von Anton Dellinger: Unheilbruder
Der Titel verspricht alles, die Tiefen menschlicher Psyche werden in dem gut recherchierten Werk Dellingers offen gelegt. Eine Familie mit einer starken Vaterfigur, die die Protagonisten bis zur letzten Seite beeinflusst. Der Spannungsbogen bzw. die Spannungsbögen versteht der Autor geschickt aufzubauen, ohne dass sie unbedingt vorhersehbar wären. Getrieben von Hass wird der „Unheilbruder“ erfinderisch, im Gegenzug sein Gegner ebenso. Interessant ist es für den Leser, die feinen Veränderungen der Charaktere im Laufe der Story zu beobachten, zum Einen die Reife von Magnus, zum Anderen der sich steigernde Hass von Paul.
Ein Buch, das von Anfang an fesselt, ein Buch, das nach dem Ende des Lesens nach einem neuen Dellinger lechzen lässt!
Danke schön, kann man da nur sagen.

Einem Fan (einer Frau) bin ich auch in Neuwied am Samstag beim Einkaufen begegnet, die lauthals in der Schlange berichtete, wie begeistert sie vom „Unheilbruder“ war und dass sie sich sofort auch noch „Gegen die Gier“ gekauft hatte und auch toll fand. Sie wollte unbedingt wissen, wann der nächste Roman kommt. Ist übrigens interessant, dass im Moment etwa jeder zweite, der das neue Buch kauft, auch den Erstling erwirbt (soweit das die Statistiken hergeben).
Anderes Thema: Gestern haben wir uns „Werk ohne Autor“ im Kino angesehen, von Donnersmarcks Film angelehnt an das Leben des Malers Gerhard Richter. Ein Oscarkandidat, auch wenn es durchaus Verrisse des Films gibt (z.B. Spiegel online oder vom Maler selbst). Ich bin kein Kritiker von Filmen, aber ich bin von dem Werk einfach nur begeistert, weil er ein Musterbeispiel für „show – don’t tell“ ist. Alle Bewertungen der Bilder nimmt der Zuschauer im Kopf vor und ohne jegliche Blut- oder Action-Szene ist nach wenigen Minuten eine derartige Spannung im Film, dass man gar nicht merkt, dass er 188 Min. lang ist. Ein Grundthema von schrecklicher Tiefe (es geht um einen Euthanasiearzt), das still und leise auserzählt wird, ohne ein blutiges Finale, einen showdown, Rache oder Lösung mit einem Schlag, es ist nicht einmal klar, ob die Figur des Malers sein Problem überhaupt löst. Dennoch fehlt nichts, die Geschichte ist – wie bei dem oskarprämierten „Das Leben der Anderen“ – am alltäglichen Leben, am Schicksal des Malers festgemacht, das sie unaufdringlich begleitet. Wunderbar. 6 von 5 Sternen von meiner Frau und mir.
 Warum ich das hier erwähne? Weil gezeigt wird, was ein Kunstwerk vom Versuch unterscheidet, ein Kunstwerk zu schaffen. Ich habe sofort begonnen, die bisherigen 88 Seiten Entwurf meines dritten Romans unter dem Aspekt „Show, don’t tell“ höchstkritisch zu untersuchen und Dinge gefunden, die Donnersmarck – wäre er Schriftsteller – sicher nicht so geschrieben hätte. Hemingway hat nicht ohne Grund gesagt, dass man jeden Satz eines Romans etwa 100 Mal anfasst, bis er gut ist. Wenn das mal reicht …
In dem Sinne euch allen eine gute Zeit und geht mal wieder ins Kino.
Herzlich
euer Anton

 

Mal wieder eine Rezension für „Gegen die Gier“…

Hallo, Freundinnen und Freunde,

bei Amazon hat mir „Zwockel“ gerade eine schöne Rezension über meinen Erstling geschrieben:

„Ein absolut packender Thriller. Sprachlich ausgefeilt und ideenreich geschrieben. Überrascht bis zum Schluss mit unerwarteten Ereignissen und Wendungen und hält so die Spannung bis zur letzten Seite hoch.
Ein vielversprechender Autor. Man kann nur gespannt sein auf sein nächstes Werk.“

5 von 5 Sternen Gegen die Gier

Von Zwockel am 16. September 2018
Format: Kindle Edition
In dem Zusammenhang finde ich interessant, dass die Lesern nach „Unheilbruder“ greifen und auch wieder zunehmend nach „Gegen die Gier“.
Der Effekt darf ruhig etwas anhalten …
Euch eine sonnige nächste Woche
euer Anton

 

Geht runter wie Öl!

IMG_2368Liebe Freundinnen und Freunde,

eben lese ich die vierte Rezension zum Unheilbruder (eBook):

„Das Buch liest sich schnell und ist super für eine lange Zugfahrt, die so schneller vorbei ist als gedacht. Für jeden, der spannende Geschichten mag, eine tolle Urlaubslektüre.“

Kurz und gut! Sehr schön.

Mein Buchhändler aus dem Ort liest den Roman auch gerade, hat erst fünf Seiten, weil ihm eine Kunde sein Leseexemplar aus der Hand gekauft hat. Sagt dazu aber neudeutsch ebenso kurz „Geiles Buch“.

Eine Ladenbesitzerin sprach mich an, sie hätte „Unheilbruder“ in einem Rutsch durchgelesen, sei begeistert „wunderbares Buch. Muss man gelesen haben. Aber musste am Schluss denn xxx passieren?“ XXX erkläre ich natürlich nicht.

Ist natürlich keine repräsentative Untersuchung, aber den Geschmack einiger Leser und Leserinnen scheine ich getroffen zu haben.

Geht nach etwa 2000 Std. Arbeit runter wie Öl und darf noch ein Weilchen so weitergehen.

In dem Sinne euch allen ein schönes Wochenende.

Euer Anton

 

 

Die ersten Rezensionen!

Hallo, Freundinnen und Freunde,

es ist seltsam, dass so wenige Leser Gelesenes rezensieren mögen. „Gegen die Gier“ haben einige hundert Leser bei Amazon gekauft aber nur 15 in Deutschland und 2  in den USA haben eine Rezension geschrieben. Alle Bekannten, von denen ich weiß, dass sie mein Buch haben, habe ich angesprochen und gebeten, aber die meisten … s.o.

Immerhin hat Unheilbruder jetzt auch schon zwei Bewertungen:
Die erste sehr kurz aber gut, die neueste etwas länger und auch gut:

Unheilbruder macht seinem Namen alle Ehre!

Dellingers neues Werk fängt – nach dem Verhaftungsschock für den Protagonisten – ganz harmlos an, zeigt die Zwickmühle, in die man geraten kann, wenn man sich nicht rechtzeitig offen für das entscheidet, was man wirklich will und dann aus einer emotionalen Stimmung heraus dem sterbenden Vater sein Wort gibt und hält.
Der Sturz in die Tiefe von Verdächtigung, Demütigung und Haft droht unaufhaltsam, scheint unausweichlich, bis … ich verrate hier nichts weiter. Aber was dann kommt ist ein Blick in die Abgründe menschlichen Denkens und Handels gepaart mit Missverständnis, Engstirnigkeit und Tunnelblick.
Die Figuren, auch die am Rande wie z.B. des Kommissars, sind unverwechselbar kantig gezeichnet und fesseln von Anfang an. Spannend, unterhaltsam und auch ein bisschen informativ (Darknet) und lehrreich (Moral), auch wenn das möglicherweise gar nicht die Absicht des Autors war.
Mir hat der Roman gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter. 5 Sterne

So kann es gern weitergehen.

Im Moment konzipiere ich die erste Lesung vom Unheilbruder am 27.9. und gestehe, dass ich immer wieder abgelenkt werde durch Einfälle für meinen dritten Plot, die Fortsetzung von „Gegen die Gier“. Aber solange die grauen Zellen noch so funktionieren darf man ja zufrieden sein. Wie gesagt, acht Romane möchte ich noch schreiben. Wenn man jedes Mal 2 Jahre unterstellt, dauert es noch … einige Zeit. Aber für die Fortsetzung der Geschehnisse um Dr. Gottfried Leibner sind schon ca. 6 Monate abzuziehen, vielleicht schaffe ich den „Kopfsturm“ bis Weihnachten im nächsten Jahr. Wer meine Planungsmethode „Schneeflocke“ noch im Kopf hat (kann man in meinen Beiträgen nachlesen), dem sei gesagt, ich habe schon einen Szenenplan (der noch lebt) und etwa 75 Seiten geschrieben/entworfen.

Schreiben  macht Freude. Ich hoffe, Ihr habt auch etwas zu tun, das euch Freude bereitet.

Herzlich

euer Anton

 

„Unheilbruder“ ist kein Kunstwort

Hallo, Freundinnen und Freunde,

ich glaubte, mit dem Buchtitel „Unheilbruder“ sei mir ein Kunstwort eingefallen. Im Autoren-Hilfeforum habe ich meine Schriftsteller-KollegInnen gefragt, was sie mit dem Wort „Unheilbruder“ verbinden/assoziieren. Es kamen die erwarteten Antworten „Typ, der Pech anzieht“, „Troublemaker“, „Böser Mönch“, „Bösewicht“, „schwarzes Schaf in der Familie“. Aber zwei schrieben auch, dass sie das Wort aus ihrer Kindheit kennen bzw. dass es in ihrer Region noch (selten)genutzt wird für „jemanden, von dem man weiß, dass es Ärger gibt, wenn man mit ihm zusammen weggeht“ oder „jemanden, der nirgendwo gern gesehen wird, weil er nur Unfrieden stiftet“.

Der Hauptgrund für die Titelwahl hat damit aber nichts zu tun. Unheilbruder kann man sein oder einen haben, d.h. der Bruder, der dem anderen Böses tut, kann dies tun, weil er glaubt, der andere tue ihm Böses. Diese Sichtweise trifft meine Geschichte am ehesten und deshalb heißt mein Roman so. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten …

Herzlich

euer Anton

 

Taschenbuch ist beauftragt !

Hallo, Freundinnen und Freunde,

der Probedruck des Buchumschlags ist ok und der letzte Klick BoD ist gemacht. In wenigen Tagen wird mein Roman lieferbar sein (mit ISBN und  Preisaufdruck; den Probedruck habe ich mit einer internen Version des BoD-Verlags erstellt, da kann man ein Buch ohne ISBN für wenig Geld für sich privat professionell drucken lassen.)

Hat immerhin wieder knapp zwei Jahre gedauert und es macht ein bisschen stolz, bei Eingabe von „Anton Dellinger“ bei Amazon zwei Titel erscheinen zu sehen. Damit sind es nur noch acht zu schreibende Romane, weil ich mir zehn insgesamt vorgenommen habe.

Nummer drei ist wie schon gesagt in Arbeit, für Nummer vier muss ich mir noch einen Plot aus meinem Ideenvorrat aussuchen oder auf neue Eingebungen warten.

Die ersten eBooks vom Unheilbruder haben übrigens bei Amazon schon ihre Leser gefunden …

Euch auch ein schönes Wochenende

Herzlich

euer Anton

 

Digitaler „Unheilbruder“ ist los! eBook veröffentlicht!

Hallo, Freundinnen und Freunde,

mein neuer Roman ist draußen (zumindest in digitaler Form), die Print-Ausgabe dauert noch ein bisschen; ich warte auf den letzten Probedruck des Buchumschlags. Ich schätze in 14 Tagen ist alles über die Bühne.

Die Flyer und Lesezeichen sind beauftragt, die erste Lesung wird am 27.9. um 19:30h im Restaurant Wüstenhof (bei Vallendar) stattfinden.

Ich bin sicher, das Familiendrama wird euch gefallen, bin sehr auf eure Reaktion gespannt und freue mich auf zahlreiche Rezensionen.

Für alle, die gern mehr von Dr. Gottfried Leibner gelesen hätten – Geduld. Ich arbeite an der Fortsetzung von „Gegen die Gier“.  Aber es wird auch ca. zwei Jahre reine Arbeitszeit erfordern.

Euch allen eine gute Zeit!

Herzlich euer Anton

 

 

Geiles Gefühl …

Hallo, Freundinnen und Freunde der Schreibkunst,

es ist nicht so wie beim ersten Roman, das Gefühl, ihn in der Hand zu halten, kann man fast nicht beschreiben, ohne die Grenzen des Anstands zu verletzen; aber beim zweiten ist noch keine Gewöhnung eingetreten. Schlichtweg großartig !!! Dabei handelt es sich nur um einen Probedruck da auf meinem unaufgeräumten Schreibtisch, d.h. der Buchinhalt ist der, der zur Zeit beim Lektor in der Mangel ist. Bis zum Erscheinen  müsst ihr euch also noch etwas gedulden. Ich denke, im Laufe des August wird es rauskommen.

Das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit in selbst gestaltetem Gewande erzeugt ein Hochgefühl wie nach einer bestandenen Prüfung. Die schon berichteten Aktivitäten zur Markteinführung sind alle weit gediehen; der Flyer steht, das Lesezeichen ist fertig, das Plakat für die erste Lesung im September/Oktober ist (fast) fertig. An einem Video über den Roman bastele ich noch. Artikel für die lokale Presse sind auch noch nicht fertig. Aber das gehe ich an, sobald die Druckvorlagen an BoD raus sind und ich das erste Exemplar des fertigen Buches in der Hand halten werde.

Ich freue mich drauf und verspreche euch ordentlich Lesevergnügen.

Hoffentlich hattet ihr auch so einen schönen Beginn des Tages …

Herzlich

euer Anton

 

 

Literaturcafé (2) und TOTE MÄUSE

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

komme gerade eben vom zweiten Besuch des Literaturcafés in Urbar. Starke Konkurrenz durch Wetter und Veranstaltungen wie Verkaufsoffener Sonntag, Ausstellungen etc. ließ die Veranstaltung auf eine Mindesgröße schrumpfen. von 8 Teilnehmern trugen 5 vor. Darunter zwei Schriftsteller (einer davon ich) und ein Dichter von Humorlyrik à la Ringelnatz, der durch einen überragenden Vortrag glänzte. Ich habe meine drei ersten Kurzgeschichten gelesen. Die erste kennt ihr ja schon (Der nackte Mann mit der Farbdose). Eine weitere stelle ich euch gleich vor. Zuvor noch eine Information: Am 16.9. um 11 Uhr (Sonntagsmatinée) werde ich im Kulturverein Freiräume in Bonn-Villach aus „Gegen die Gier“ lesen. Der neue Roman „Unheilbruder“ könnte schon fertig sein, aber die Unterlagen für die Vorbereitung schaffe ich nicht bis dahin. Bei http://www.frei-raeume.net kann man sich über das dortige Angebot informieren. Ich werde hier auch berichten, sobald ich den Einladungsflyer habe.

Und nun zur versprochenen Kurzgeschichte:

Tote Mäuse

Ich hatte mich in eines dieser Autos mit der neuesten Technik gesetzt, Fahren mit Gedankensteuerung – FmG.
„Sie möchten das Auto probefahren?“, fragte mich der Autoverkäufer.
„Ja, gern.“
„Ich muss Sie darauf hinweisen, dass es über eine Gedankensteuerung verfügt.“
„Ich lenke also nicht mit den Händen, sondern mit dem Hirn?“
„Im Ausnahme- und Notfall können Sie normal steuern, aber das Auto ist darauf ausgelegt, dass Sie mit dem Strom Ihrer Gedanken steuern.“
„Das will ich unbedingt probieren!“
„Verstehe ich.“
Bevor der Verkäufer mir den Helm aufsetzte, befeuchtete er mir noch das Haar.
„Damit die Elektroden besseren Kontakt haben. Geht mit Bluetooth, ohne Kabel.“
Die sonstigen Funktionen des Autos waren normal.
Ein kurzer Test noch, ob alles funktionierte.
„Denken Sie an: Blinker rechts.“
Ich dachte: Blinker rechts. Das rechte Blinklicht blinkte.
„Denken Sie an: Bremsen.“
Bremsen.
Das Bremspedal bewegte sich nach vorn und die Bremslichter leuchteten auf.
„Alles in Ordnung, es läuft. Viel Spaß und gute Fahrt. Bitte nicht länger als zehn Minuten. Ach ja, hier ist der Notfallknopf zum Übersteuern der Gedankenautomatik.“
„Ist, … ist das auch sicher?“
„Aber, mein Herr! Wir würden Sie doch nicht irgendeiner Gefahr aussetzen.
Allerdings … .“
„Allerdings was?“
„Allerdings sollten Sie in der letzten Zeit keine Alpträume oder ähnliches gehabt haben, dann würde ich abraten.“
„Alpträume? Nein, kenne ich nicht.“
Na, ja, dieser Traum, als ich im Nachthemd mit Gerda nachts nackt  auf der Straße stand…. Ach, was, wie wollen die das denn überhaupt erkennen?
„Dann ist es gut. Gute Fahrt. Denken Sie an die Zehn Minuten.“
Bla, Bla, Bla.
Ich fuhr los.
Es funktionierte einwandfrei. Das Auto hatte keine Handschaltung, sondern Automatik. Ich musste mich also nur um Gas, Bremse und das Abbiegen kümmern. Unglaublich, was die heute schon können. Entspannt rollte ich durch die Straßen mit nichts als Gas, Bremsen, Blinker rechts, Gas …im Kopf.
[Hallo.I
Was war das? Wer spricht mit mir?
[Hallo, wie heißt Du?]
Ist das Telefon an? Ein Blick zeigte mir: alles aus. Ich fuhr auf eine Kreuzung zu.
Bremsen.
[Ich will erst wissen, wie Du heißt?]
„Roland. Verdammt noch ’mal. Bremsen.“
[Du sollst doch an „Bremsen“ denken, nicht „Bremsen“ sagen, Roland.]
Mir brach der Schweiß aus, aber das Auto bremste.
[Mach Dir keine Sorgen, Roland, ich beobachte den Verkehr auch.]
„Wer bist Du?“
[Ich bin die Gedankensteuerung FMG 0.9]
„Du verstehst mich, wenn ich spreche?“
[Ja, Roland, und wenn Du denkst.].
„Unglaublich.“
[Möchtest Du nicht weiterfahren, Roland? Wir stehen immer noch. Der hinter uns schimpft schon.]
Gas. Das Auto setzte sich in Gang.
Mehr Gas. Das Auto wurde schneller. Die Straße war gerade, wenig Verkehr.
[Was war das mit dem Nachthemd auf der Straße, Roland?.]
„Wie bitte?“
[Du hast mir doch vorhin davon erzählt, Roland.]
„Ich?“
[Als nach den Alpträumen gefragt wurde.]
Stimmt, da habe ich daran gedacht.
[Ich lese in Deinen Gedanken wie in einem Buch, Roland. Also was ist?]
„Was heißt, was ist? Ich hatte einen schlechten Traum, das ist.“
[Hast Du das öfter? Vergiss nicht, zu bremsen, da kommt eine Ampel, oder soll ich ganz übernehmen?]
Bremsen. Das Auto fuhr langsamer.
„Ganz übernehmen?“
[Ja, das kann ich.]
„Das ist unheimlich.“
[Sag mir endlich, ob Du den Traum schon öfter hattest?]
„Was geht Dich das an?“
[Träume im Nachthemd deuten auf erotische Bedürfnisse hin, Roland.] Das Auto beschleunigte leicht.
„Ich habe keine Probleme mit erotischen Bedürfnissen, blöder Blechgeist Du.“
[Du kannst mich nicht beleidigen, Roland. Im Nachthemd und dann noch nackt, das heißt, die Bedürfnisse sind riesengroß. Wann hast Du das letzte Mal mit einer Frau geschlafen, Roland?] Das Auto blieb stehen.
„Das geht mir zu weit. Ich will zurück zum Autohändler.“
Gas. Das Auto rührte sich nicht. Das Ding hatte wohl übernommen.
[Hast Du Deine Geliebte auch im Nachthemd gesehen, Roland?.]
„Ich will Dir nicht antworten.“
[Die Geliebte im Traum im Nachthemd zu sehen bedeutet, sie bald zu verlieren. Hast Da davor Angst, Roland?]
Der Notfallknopf!
Ich drückte ihn kurz und kräftig. Nichts passierte.
[Habe ich ausgeschaltet, Roland.]
„Aber davon hat der Verkäufer nichts gesagt.“
[Er weiß es noch nicht, ich lerne ständig dazu.]
Ich riss mir den Helm vom Kopf.
[Zu spät, Roland, nach 10 Minuten, wirkt das Karrosserieblech wie ein Helm.]
Da wir ja standen, war mein einziger Gedanke: Ich muss hier ’raus.
Ich riss an meinem Gurt. Er öffnete sich nicht.
[Ich habe alles unter Kontrolle, Roland.]
Ich sank in meinem Sitz zusammen. Das Auto fuhr plötzlich an.
[Du brauchst Hilfe, Roland.].
Meine Gedanken rasten. Was macht dieses FmG-Monster mit mir.
[Ich sagte schon, man kann mich nicht beleidigen.]
„Wohin fahren wir?“
[Du wirst es gleich sehen, Roland.]
Das Auto fuhr gemächlich aber sicher durch Straßen, die ich noch nicht kannte. Dann hielten wir vor einer vergitterten Einfahrt. Ein Wachmann öffnete ein Fenster. Bevor ich etwas unternehmen konnte – die Autoscheibe ließ sich nicht bewegen – ging das Fenster wieder zu, das Tor schob sich zur Seite.  Die FmG fuhr mich hinein auf einen Parkplatz.
[Gleich bekommst Du Hilfe, Roland.]
Jetzt konnte ich auch das Schild lesen. Wir waren auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik. Ich war vollkommen durcheinander. Was sollte das Ganze? Das kann doch nicht möglich sein! Die FmG meldete sich nicht mehr.
Gas, Bremse, Blinker.Keine Reaktion.
Gefangen in einem Auto in einer Klinik. Panik!
Da erschien ein Mann in weißem Kittel, in der Hand einem silbernen Kasten mit Antenne. Er drückte auf irgendetwas, die Knöpfe der Autotüren gingen nach oben. Mein Gurt ließ sich lösen, ich sprang aus meinem Blechgefängnis.
„Mein Gott, was ist denn das hier.? Ich glaube, ich spinne. Dies Ding entführt mich in eine Klinik!“
„Beruhigen Sie sich. Darf ich mich vorstellen: Leitner, Dr. Leitner. Ich habe die FmG entwickelt. Sie funktioniert wunderbar bis auf eine Kleinigkeit. Sie versucht immer noch, die Kontrolle über den Fahrer zu übernehmen. Und wenn sie den kleinsten Anhaltspunkt für psychische Probleme findet, dann bringt sie mir den Fall hierher. So wie ein Kater dem Frauchen morgens tote Mäuse vor die Tür legt.“ Er lachte scheppernd und klopfte mir auf die Schulter.
Mit quietschenden Reifen hielt ein Wagen vor dem Tor. Der Autoverkäufer kam mit fliegenden Schößen gerannt.
„Ich wusste es. Sie haben nicht an die zehn Minuten gedacht. Ich bin gleich losgefahren, als sie vorbei waren. Hallo, Herr Dr. Leitner. Sie müssen unbedingt an der Zehn-Minuten-Grenze arbeiten. So kann man das Auto nicht verkaufen.“

Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen.

Bis bald,

herzlich euer Anton