So könnte sie aussehen …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

eine neue Rezension von einem richtigen Fan. Wie auf dem Bild könnte sie aussehen, wenn es eine „Sie“ ist.

am 7. Oktober 2018
Spannung pur – der zweite Thriller von Anton Dellinger: Unheilbruder
Der Titel verspricht alles, die Tiefen menschlicher Psyche werden in dem gut recherchierten Werk Dellingers offen gelegt. Eine Familie mit einer starken Vaterfigur, die die Protagonisten bis zur letzten Seite beeinflusst. Der Spannungsbogen bzw. die Spannungsbögen versteht der Autor geschickt aufzubauen, ohne dass sie unbedingt vorhersehbar wären. Getrieben von Hass wird der „Unheilbruder“ erfinderisch, im Gegenzug sein Gegner ebenso. Interessant ist es für den Leser, die feinen Veränderungen der Charaktere im Laufe der Story zu beobachten, zum Einen die Reife von Magnus, zum Anderen der sich steigernde Hass von Paul.
Ein Buch, das von Anfang an fesselt, ein Buch, das nach dem Ende des Lesens nach einem neuen Dellinger lechzen lässt!
Danke schön, kann man da nur sagen.

Einem Fan (einer Frau) bin ich auch in Neuwied am Samstag beim Einkaufen begegnet, die lauthals in der Schlange berichtete, wie begeistert sie vom „Unheilbruder“ war und dass sie sich sofort auch noch „Gegen die Gier“ gekauft hatte und auch toll fand. Sie wollte unbedingt wissen, wann der nächste Roman kommt. Ist übrigens interessant, dass im Moment etwa jeder zweite, der das neue Buch kauft, auch den Erstling erwirbt (soweit das die Statistiken hergeben).
Anderes Thema: Gestern haben wir uns „Werk ohne Autor“ im Kino angesehen, von Donnersmarcks Film angelehnt an das Leben des Malers Gerhard Richter. Ein Oscarkandidat, auch wenn es durchaus Verrisse des Films gibt (z.B. Spiegel online oder vom Maler selbst). Ich bin kein Kritiker von Filmen, aber ich bin von dem Werk einfach nur begeistert, weil er ein Musterbeispiel für „show – don’t tell“ ist. Alle Bewertungen der Bilder nimmt der Zuschauer im Kopf vor und ohne jegliche Blut- oder Action-Szene ist nach wenigen Minuten eine derartige Spannung im Film, dass man gar nicht merkt, dass er 188 Min. lang ist. Ein Grundthema von schrecklicher Tiefe (es geht um einen Euthanasiearzt), das still und leise auserzählt wird, ohne ein blutiges Finale, einen showdown, Rache oder Lösung mit einem Schlag, es ist nicht einmal klar, ob die Figur des Malers sein Problem überhaupt löst. Dennoch fehlt nichts, die Geschichte ist – wie bei dem oskarprämierten „Das Leben der Anderen“ – am alltäglichen Leben, am Schicksal des Malers festgemacht, das sie unaufdringlich begleitet. Wunderbar. 6 von 5 Sternen von meiner Frau und mir.
 Warum ich das hier erwähne? Weil gezeigt wird, was ein Kunstwerk vom Versuch unterscheidet, ein Kunstwerk zu schaffen. Ich habe sofort begonnen, die bisherigen 88 Seiten Entwurf meines dritten Romans unter dem Aspekt „Show, don’t tell“ höchstkritisch zu untersuchen und Dinge gefunden, die Donnersmarck – wäre er Schriftsteller – sicher nicht so geschrieben hätte. Hemingway hat nicht ohne Grund gesagt, dass man jeden Satz eines Romans etwa 100 Mal anfasst, bis er gut ist. Wenn das mal reicht …
In dem Sinne euch allen eine gute Zeit und geht mal wieder ins Kino.
Herzlich
euer Anton

 

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …