Kann man noch Thriller schreiben?

Hallo, Freundinnen und Freunde,

kann man eigentlich noch Thriller schreiben angesichts der Wirklichkeit? Kann man sich noch grausame Täter und Verbrechen ausdenken, um Leser zu unterhalten, wenn irre Monster ihre Verbrechen per Helmkamera auf Facebook streamen?

Ich habe das bewusste Video nicht angesehen, nur eine Beschreibung der entsetzlichen 17 Minuten bei CNN gelesen, das hat mir gereicht. Danach habe ich tatsächlich eine Weile innegehalten und überlegt, ob man so etwas – stände es in einem Roman – als unterhaltsam einstufen würde/ eingestuft hätte. Ob sich so eine Widerlichkeit schon einmal ein Autor ausgedacht hat, weiß ich nicht. Aber ich bin mir doch sicher, man hätte es mit leichtem Schauer über den Rücken laufend „genossen“. Filme, die solche Monstertaten zeigen, gibt es viele (auch wenn mir jetzt kein Titel einfällt). Dann die Videospiele, die shooting-games. Die Bestie von Christchurch hat sich ja wie ein Ego-shooter isnzeniert. Spiele sind ebenso wie Kunst nicht die Wirklichkeit. Ich will hier ich keine Diskussion führen, inwieweit Gewalt in Spielen zu Gewalt erzieht oder zumindest verroht. Ich kenne die Argumente, Kinder und Jugendliche könnten sehr wohl das eine vom anderen unterscheiden; bin ir aber nicht sicher, ob das für alle Kinder gilt.

Egal. Zurück zu meiner Ausgangsfrage. Kann man oder kann man nicht, weiter Thriller schreiben und die Phantasie der Leser mit Grausamkeit, Bosheit und  den Taten Irrer befeuern? Oder sollte ich es lassen und mich auf Kurzgeschichten beschränken?

Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht endgültig.  Tendenz, ich schreibe weiter, weil die Wirklichkeit (siehe Neuseeland) die Phantasie übertrifft und künstlerische Enthaltsamkeit vermutlich keine Taten von Irren verhindern kann.

Was meint Ihr dazu?

Herzlich, euer Anton

Klein aber fein …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

da liegt der Probedruck meiner Kurzgeschichten, sieht verglichen mit meinen ersten Romanen schon dünn und schmächtig aus , Format 12x19cm und 132 Seiten. Aber der Inhalt! Derzeit lesen meine Testleser die Geschichten und ich bin guten Mutes, dass sie ihnen gefallen werden und später meinen Lesern. Als bitte ich euch noch um ein wenig Geduld, bis ihr das Bändchen in Händen halten könnt.

Dann noch einen schönen Karneval

Kowelenz Olau (so heißt es in Koblenz)

Herzlich

euer Anton

 

 

Pause oder „kurze“ Pause?

Hallo, Freundinnen und Freunde,

der Entwurf der Kopfsturms (Fortsetzung von „Gegen die Gier“) hat im Moment 213 Seiten, 25 restliche Szenen sind skizziert aber noch nicht ausformuliert. Ich erlebe wie schon bei den ersten Romanen die Phase des Zweifelns. Sind die (neuen) Figuren stimmig? Stimmt die Plotlogik? Ist alles, was passiert sauber vorbereitet? Ist die Abweichung von der reinen „Ich-Form“ des Protagonisten gelungen? Ich schreibe auch aus der Perspektive des Antagonisten, ist das gut so? Reicht das, oder sollte ich noch andere Perspektiven zulassen?

Ihr seht, dass mich einige Fragen bewegen. Es kam ein wenig Druck auf, denn ich will den Kopfsturm eigentlich bis Weihnachten fertig haben. Das ist nicht mehr lange, wenn man die anstehenden Arbeiten alle betrachtet. Druck ist nicht gut für kreative Arbeit. Da fiel mir ein, dass mich bei der letzten Lesung von zwei meiner Kurzgeschichten eine Zuhörerin gefragt hatte, warum ich die Kurzgeschichten nicht herausbringe. „Sind zuwenig, keine hundert Seiten“, habe ich geantwortet. Jetzt habe ich die Geschichten, es sind 15, zusammengefasst und es wird tatsächlich ein Bändchen von 132 Seiten werden. Ihr seht den momentanen Entwurf eines Covers im zum Blogbeitrag gehörigen Foto. Ein erster Probedruck (nur um das Format zu sehen) ist beauftragt. Ich lasse die Geschichten aber noch lektorieren und testlesen, denke, so in zwei drei Monaten wird das Bändchen „Schön kurz. Skurrile Geschichten“ erscheinen.

Dann schreibe ich den Kopfsturm fertig und ob es vor Weihnachten wird oder danach, ist mir gleich.

Euch eine noch eine schöne Woche.

Herzlich euer Anton

 

Hauptsache, es macht Spaß …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

heute ein paar Zahlen zum Büchermarkt in Deutschland: ca. 370 Mio Bücher werden pro Jahr in Deutschland verkauft; davon etwa 10 Mio gedruckte Bücher stammen von etwa (geschätzt) 75000 Selfpublishern wie mir (z.B. vom BoD-Verlag). Pro Taschenbuch erhält ein Autor bei BoD im Schnitt 1,37€, in anderen Verlagen weniger als 1€.
Wie ihr daraus ersehen könnt, muss man Schreiben lieben und nur wenige können vermutlich davon leben.
Aber Spaß macht es trotzdem …
(Quelle: M. Matting, www.selfpublisherbibel.de)

Gestern habe ich im Theater die Bühnenfassung einer Regionalschriftstellerin gesehen (Rapunzelgrab von Judith Merchant, Knaur-Verlag). Über die Qualität des Plots kann man geteilter Meinung sein (für mich ein bisschen viel Klischee und aufgesetzte Figuren), aber – sie hat einen Verlag und man hat ihr Buch für die Bühne ausgewählt. Respekt.

Daran muss ich weiter arbeiten und jetzt schnell wieder an den Schreibtisch!

Euch ein schönes Wochenende

Herzlich

euer Anton

 

 

Mäßiges Wetter, aber ein schöner Sonntag …

Hallo, Freundinnen und Freunde,
 
gestern habe ich im Literaturcafé Urbar zwei meiner Kurzgeschichten vorgetragen. Ich bin zum vierten Mal da gewesen und fand wieder regen Zuspruch. Man sitzt auf der Bühne des kleinen Theaters wie in einem Wohnzimmer. Der Kontakt mit dem Publikum ist unmittelbar, man tauscht sich angeregt aus. Ich denke, ich war nicht zum letzten Mal da. Ein paar Bücher habe ich nebenbei auch verkauft.
Trotz äußerst mäßigen Wetters ein guter Sonntag!
 
Euch einen schönen Tag,
euer Anton
P.S. Nicht wundern übrigens, wenn sich die Beiträge hier im Blog und auf Facebook manchmal ähneln; WordPress hat die automatische Verknüpfung der Einträge mit Facebook abgestellt.

 

Gut war’s, weiter geht’s …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

2018 ist Geschichte, ich bin als Mensch und Autor zufrieden. Mein zweiter Roman „Unheilbruder“ ist gut angekommen, die Cash-Back-Aktion hätte noch besser laufen können – aber als Selfpublisher freut man sich auch über bescheidene Erfolge.

Was steht an? Der dritte Roman („Kopfsturm“, Fortsetzung von „Gegen die Gier“) ist im Werden wie ihr wisst und wächst täglich – Ziel: Veröffentlichung im Oktober oder November 2019. Ob das klappt, werden wir sehen. Ich bin guten Mutes, aber der Teufel steckt bekanntlich in den Kleinigkeiten und ein Roman ist schneller geschrieben (im Entwurf) als „gut“ geschrieben, will sagen in den stilistischen Feinheiten überarbeitet. Steht also eine Menge Arbeit an, aber warum soll es mir anders gehen als den übrigen Menschen im Land?

Noch eine Bemerkung zum „Kopfsturm“. Ich wollte ihn in der Ich-Form schreiben (ich wiederhole mich, ich weiß), weil dadurch die Nähe zur Figur größer ist, bin aber dabei, das aufzugeben. Na ja, nicht ganz. Ich werde die Ich-Form für den Protagonisten (Gottfried Leibner) beibehalten aber auch Szenen  aus der Perspektive des Antagonisten schreiben (in Er-Form). Es ist so viel besser möglich, das Gegeneinander der beiden zu zeigen, herauszuarbeiten, was den Gegner Gottfrieds bewegt. Sonst erlebt/erleidet/erfährt Gottfried die Handlungen des Anderen (oder ihre Folgen) und kann sie nur bewerten, interpretieren oder sie werden auf die eine oder andere Weise im Nachhinein erklärt, was ich für langweilig halte. Ich denke, der Roman gewinnt auf diese Weise. Das Vorgehen habe ich einem Schreibratgeber entnommen, und es hat mich sofort überzeugt.

In zwei Wochen gehe ich wieder mit drei meiner Kurzgeschichten ins Literaturcafé nach Urbar. Noch gehen sie mir nicht aus, aber bald muss ich mir etwas einfallen lassen, wenn ein neuer Roman nicht zur Verfügung steht.  Ich hoffe, es gelingt mir, noch einige Lesungen an Land zu ziehen; lockere Anfragen habe ich. Mal sehen, was draus wird.

Dann auf ins neue Jahr, für das ich euch allen Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit wünsche.

Herzlich euer Anton

 

Cashback-Weihnachtsaktion !

Hallo, Freundinnen und Freunde,

 

wie angekündigt habe ich meine Cashback-Aktion auf Facebook gestartet. Weniger kompliziert als im letzten Jahr. Ich bin gespannt, ob es so gut laufen wird wie 2017.

Die letzten Rezensionen werden sicher dabei helfen. Dennoch ist zu beklagen, wie selten rezensiert wird. Dass die, denen ein Roman von mir nicht gefällt, nichts schreiben, nehme ich hin … aber dass die anderen, denen meine Thriller Freude bereitet haben, das Buch (auch digital) wegstellen und sich die Zeit nicht nehmen, ein paar nette Worte los zu lassen, das finde ich sehr schade. Es wir nicht erwartet, eine ausführliche Wertung zu erstellen, wie es ein Blogger oder Literaturkritiker in der Zeit oder FAZ macht. Ein kurzer zusammenfassender Absatz und eine Empfehlung reichen.

Leser orientieren sich stark an Urteilen über Bücher. Mache ich auch. Selfpublisher haben nun mal kein Werbebudget, d.h. man trifft nicht auf Werbung ihrer Werke im Radio, im TV oder in großen Zeitungen. Rezensionen bei Amazon, Thalia etc. sind die ihnen mögliche Platform neben social-media.

Also, Freundinnen und Freunde, wenn noch nicht geschehen, holt doch bitte die Rezension nach. Danke im Voraus für eure Mühe und eine gute Zeit

Herzlich euer Anton

 

UNHEILBRUDER – ein Muss für jeden Thriller-Fan !

Hallo, Freundinnen und Freunde,

Das geht runter wie Öl …

„UNHEILBRUDER – ein Muss für jeden Thriller-Fan !“ so titelt Erik S. (Danke unbekannterweise) seine knackige Rezension bei Amazon.

Der Protagonist M. Schwarz wird zunächst auf mysteriöse Weise mit gefakten Beweisen kaltgestellt, quasi aus dem Weg geräumt. Aus dieser aussichtslosen Lage kann er sich jedoch wieder befreien und seine Mission erfüllen, den Familienbetrieb weiter zu führen. Dieser Teil der Geschichte hat für mich eine gewisse Parallelität zu „Gegen die Gier „dargestellt, doch das ist nur der Auftakt dieses spannenden Thrillers. Es beginnt ein Rachefeldzug des persönlichkeitsgestörten Bruders des Protagonisten, der an Spannung kaum zu überbieten ist. Darüber hinaus bietet die Geschichte interessante iEInblicke in die IT Kriminalistik. Die Handlung hat für mich das Zeug zu einer Verfilmung und ich bin jetzt schon gespannt auf das nächste Buch von Anton Dellinger.

(5 Sterne)

Die Idee mit der Verfilmung habe ich schon lange. Ich denke, dass auch „Gegen die Gier“ einen guten Stoff abgäbe, aber leider habe ich keine Connections in die Film-Szene. Wird also ein schöner Traum bleiben müssen … Doch die bekanntlich langlebige Hoffnung gebe ich nicht völlig auf. Deshalb meine Bitte an alle, die das hier lesen, sprecht über Dellingers Romane, wo immer ihr könnt. Vielleicht hört ja mal der oder die Richtige zu.

Im Moment sitze ich stolz an meinem „Kopfsturm“, habe gerade eine – wie ich finde – wunderbare Szene über einen Beziehungsstreit zwischen Gottfried Leibner und seiner Ehefrau Eliza in Ich-Form zu Papier (ok. digital) gebracht und lese sie noch einmal Korrektur. Es gibt solche Stücke in einem Roman, die schreibt man runter und weiß, sie sind gut. Das Gegenteil ist häufiger, man schreibt und weiß am Ende schon, dass man da noch mal (nicht nur zum Korrekturlesen) ran muss – und ärgert sich ein bisschen darüber. Warum das mal so mal so läuft, kann ich nicht sagen. Man ist ja kein Schreibroboter, sondern ein Mensch, das ist wohl die wahrscheinlichste Ursache.

Ansonsten sehe ich aus dem Fenster in die Sonne, die einen goldenen Herbsttag wunderschön beleuchtet. Die Lust auf Spazierengehen steigt (heute ist Sonntag, da lege ich eine meiner zwei Laufpausen die Woche ein), dem Bewegungsdrang werde ich nachgeben. Meine Frau geht sicher mit.

Ich wünsche euch auch ein schönes Rest-Wochenende.

Herzlich

euer Anton

 

Lyrik kann schön sein …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

gestern habe ich wieder einmal an einer Veranstaltung des Literaturcafés in Urbar teilgenommen. Gut besucht, ca. 30 Leute. Es war ja auch kein Wetter für draußen …

Wie schon erwähnt, kann jeder teilnehmen. Man liest aus eigenen Texten, stellt ein Buch vor, das einem gefällt, trägt ein Gedicht vor oder ein Lied zur Gitarre. Gestern waren zwei Autoren da, ich einer davon, ein Liedermacher (spielte gut Gitarre, Songs melodisch gut, leider akustisch schlecht zu verstehen). Eine Dame stellte ein Buch vor (Anna Magdalena Bössen – Deutschland ein Wandermärchen), in dem die Autorin in 31 Kapiteln kurzweilig eine Radtour durch Deutschland beschreibt und jedes ihrer Kapitel mit einem sorgfältig ausgesuchten Gedicht abschließt. Soweit – so gut. Für das Vortragen von 6 ausgelosten Gedichten hatte die Dame Fritz Stavenhagen aus Neuwied eingeladen, der seit 2001 eine Website http://www.deutschelyrik.de betreibt. Dort hat er u.a. schon über 1000 deutsche Gedichte vertont, die man kostenlos anhören oder für 1€ downloaden kann; mehr als 3 Mio Aufrufe pro Jahr (downloads glaube ich nicht …).  Stavenhagen ist gelernter Schauspiel, Rundunksprecher und vermag Gedichte so vorzutragen, dass es ein Genuss ist zuzuhören. U.a. trug er Deutschland – ein Wintermärchen von Heine vor. Große Kunst, machte sprachlos. Ich bin kein großer Freund von Lyrik, aber das war wundervoll.

Ich selbst habe aus meinem Unheilbruder vorgetragen. Im Literaturcafé hat man etwa 20 Minuten. Es war nicht einfach, in der kurzen Zeit etwas aus dem Roman vorzulesen, das Lust auf mehr macht. Aber ich glaube, es ist mir gelungen und ich habe ein paar Fans mehr gewonnen.

Weihnachten naht und ich empfehle natürlich meine Werke für den Gabentisch …

Ich plane möglicherweise eine Autoren-Cashback-Aktion wie im letzten Jahr (nur weniger kompliziert). Also, wer ein oder mehr Bücher von mir im BOD-Buchshop kauft und mir eine Rechnungskopie mailt kriegt 2,50€ bei einem Roman oder 6€ bei beiden Romanen zurück. Na, Interesse? Angebot kommt demnächst hier und bei Facebook.

Ansonsten eine schöne Woche für euch.

Herzlich

euer Anton

 

So könnte sie aussehen …

Hallo, Freundinnen und Freunde,

eine neue Rezension von einem richtigen Fan. Wie auf dem Bild könnte sie aussehen, wenn es eine „Sie“ ist.

am 7. Oktober 2018
Spannung pur – der zweite Thriller von Anton Dellinger: Unheilbruder
Der Titel verspricht alles, die Tiefen menschlicher Psyche werden in dem gut recherchierten Werk Dellingers offen gelegt. Eine Familie mit einer starken Vaterfigur, die die Protagonisten bis zur letzten Seite beeinflusst. Der Spannungsbogen bzw. die Spannungsbögen versteht der Autor geschickt aufzubauen, ohne dass sie unbedingt vorhersehbar wären. Getrieben von Hass wird der „Unheilbruder“ erfinderisch, im Gegenzug sein Gegner ebenso. Interessant ist es für den Leser, die feinen Veränderungen der Charaktere im Laufe der Story zu beobachten, zum Einen die Reife von Magnus, zum Anderen der sich steigernde Hass von Paul.
Ein Buch, das von Anfang an fesselt, ein Buch, das nach dem Ende des Lesens nach einem neuen Dellinger lechzen lässt!
Danke schön, kann man da nur sagen.

Einem Fan (einer Frau) bin ich auch in Neuwied am Samstag beim Einkaufen begegnet, die lauthals in der Schlange berichtete, wie begeistert sie vom „Unheilbruder“ war und dass sie sich sofort auch noch „Gegen die Gier“ gekauft hatte und auch toll fand. Sie wollte unbedingt wissen, wann der nächste Roman kommt. Ist übrigens interessant, dass im Moment etwa jeder zweite, der das neue Buch kauft, auch den Erstling erwirbt (soweit das die Statistiken hergeben).
Anderes Thema: Gestern haben wir uns „Werk ohne Autor“ im Kino angesehen, von Donnersmarcks Film angelehnt an das Leben des Malers Gerhard Richter. Ein Oscarkandidat, auch wenn es durchaus Verrisse des Films gibt (z.B. Spiegel online oder vom Maler selbst). Ich bin kein Kritiker von Filmen, aber ich bin von dem Werk einfach nur begeistert, weil er ein Musterbeispiel für „show – don’t tell“ ist. Alle Bewertungen der Bilder nimmt der Zuschauer im Kopf vor und ohne jegliche Blut- oder Action-Szene ist nach wenigen Minuten eine derartige Spannung im Film, dass man gar nicht merkt, dass er 188 Min. lang ist. Ein Grundthema von schrecklicher Tiefe (es geht um einen Euthanasiearzt), das still und leise auserzählt wird, ohne ein blutiges Finale, einen showdown, Rache oder Lösung mit einem Schlag, es ist nicht einmal klar, ob die Figur des Malers sein Problem überhaupt löst. Dennoch fehlt nichts, die Geschichte ist – wie bei dem oskarprämierten „Das Leben der Anderen“ – am alltäglichen Leben, am Schicksal des Malers festgemacht, das sie unaufdringlich begleitet. Wunderbar. 6 von 5 Sternen von meiner Frau und mir.
 Warum ich das hier erwähne? Weil gezeigt wird, was ein Kunstwerk vom Versuch unterscheidet, ein Kunstwerk zu schaffen. Ich habe sofort begonnen, die bisherigen 88 Seiten Entwurf meines dritten Romans unter dem Aspekt „Show, don’t tell“ höchstkritisch zu untersuchen und Dinge gefunden, die Donnersmarck – wäre er Schriftsteller – sicher nicht so geschrieben hätte. Hemingway hat nicht ohne Grund gesagt, dass man jeden Satz eines Romans etwa 100 Mal anfasst, bis er gut ist. Wenn das mal reicht …
In dem Sinne euch allen eine gute Zeit und geht mal wieder ins Kino.
Herzlich
euer Anton