Kann man noch Thriller schreiben?

Hallo, Freundinnen und Freunde,

kann man eigentlich noch Thriller schreiben angesichts der Wirklichkeit? Kann man sich noch grausame Täter und Verbrechen ausdenken, um Leser zu unterhalten, wenn irre Monster ihre Verbrechen per Helmkamera auf Facebook streamen?

Ich habe das bewusste Video nicht angesehen, nur eine Beschreibung der entsetzlichen 17 Minuten bei CNN gelesen, das hat mir gereicht. Danach habe ich tatsächlich eine Weile innegehalten und überlegt, ob man so etwas – stände es in einem Roman – als unterhaltsam einstufen würde/ eingestuft hätte. Ob sich so eine Widerlichkeit schon einmal ein Autor ausgedacht hat, weiß ich nicht. Aber ich bin mir doch sicher, man hätte es mit leichtem Schauer über den Rücken laufend „genossen“. Filme, die solche Monstertaten zeigen, gibt es viele (auch wenn mir jetzt kein Titel einfällt). Dann die Videospiele, die shooting-games. Die Bestie von Christchurch hat sich ja wie ein Ego-shooter isnzeniert. Spiele sind ebenso wie Kunst nicht die Wirklichkeit. Ich will hier ich keine Diskussion führen, inwieweit Gewalt in Spielen zu Gewalt erzieht oder zumindest verroht. Ich kenne die Argumente, Kinder und Jugendliche könnten sehr wohl das eine vom anderen unterscheiden; bin ir aber nicht sicher, ob das für alle Kinder gilt.

Egal. Zurück zu meiner Ausgangsfrage. Kann man oder kann man nicht, weiter Thriller schreiben und die Phantasie der Leser mit Grausamkeit, Bosheit und  den Taten Irrer befeuern? Oder sollte ich es lassen und mich auf Kurzgeschichten beschränken?

Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht endgültig.  Tendenz, ich schreibe weiter, weil die Wirklichkeit (siehe Neuseeland) die Phantasie übertrifft und künstlerische Enthaltsamkeit vermutlich keine Taten von Irren verhindern kann.

Was meint Ihr dazu?

Herzlich, euer Anton

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …