… sprachlos über eine kurze Nacht.

Liebe Freundinnen und Freunde,

eben habe ich eine Rezension von „Gegen die Gier“ erhalten, die mir die Sprache verschlagen hat. So etwas hätte ich nicht erwartet. Aber lest selbst:

Von LaberLili am 19. August 2016
Format: Kindle Edition

[Vorab: Ein Rezensionsexemplar des eBooks war mir unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]

Der Lektüre von „Gegen die Gier“ stand ich zunächst skeptisch gegenüber: Ich bin kein allzu begeisterter Leser, was Politik- und eben auch Technothriller angeht; diese ergehen sich für mich allzu oft in verschwurbelten Komplotten, die von mir letztlich kaum mehr nachvollzogen werden können. Die Kurzbeschreibung dieses Romans ließ mich einerseits nun eine verzwickte Verschwörung hinter der Handlung befürchten, andererseits ließ mich die Erwähnung des „imitierten“ Leibniz und der geschlossenen Psychiatrie an Dürrenmatts Die Physiker denken und dieses Drama zählt in seinem Genre definitiv zu meinen Favoriten.
Ich hoffte also auf einen modernen Wirtschaftskrimi, der einen Hauch belletristisch umgesetzter „Physiker“ von Dürrenmatt verströmen würde.
Dabei erinnerte mich der Protagonist Dr. Gottfried Leibner zunächst an einen Mix der Wissenschaftler aus „The Big Bang Theory“, die man zudem noch mit Don Tillmann (Das Rosie-Projekt: Roman (Hochkaräter)) in einen Topf geworfen hätte: Gottfried wirkte sehr intelligent, aber eben auch unglaublich unbeholfen und, was sozialen Umgang anging, eher unbewandert; seine „Sucht“ wirkte eingangs nur wie eine schräge Marotte, offenbarte später aber einen dunkleren Hintergrund; dennoch war Gottfried im Allgemeinen nicht unsympathisch: Er wirkte einfach wie „nicht von dieser Welt“.
Nachdem er unvermittelt in der Psychiatrie gelandet war, hat mich die Szenerie tatsächlich auch ein wenig an Dürrenmatts Werk erinnert, auch wenn die Umstände hier doch sehr anders waren, da Gottfried „zwangseingewiesen“ wurde und von Anfang an der Klinik zu entkommen versucht.
Insgesamt wird die Handlung auch nie undurchsichtig, sondern folgt einer strikten Linie: Auf der einen Seite wird Gottfried vom Erzähler beobachtet, auf der anderen Seite aber auch der „große“ Widersacher, der verhindern will, dass Gottfried alsbald seine Forschungsergebnisse publik macht und somit jedweder „Verbrennungsenergieindustrie“, insbesondere natürlich seine eigenen Unternehmungen, an den Karren fährt. Hier begegnet man zwar auch den diversen Mitarbeitern und Zuträgern von Gottfrieds zumindest ihm unbekannten Gegner und erfährt ein wenig über deren biografische Hintergründe, so dass insbesondere erklärt wird, was man gegen sie in der Hand hat, so dass sie sich quasi schon zwangsweise für den Industriekonzern die Hände schmutzig machen müssen: Aber obschon hier so ziemlich jeder Dreck am Stecken hatte und dadurch erpressbar war, konnte ich die einzelnen Verbindungen der „Bösen“ zueinander doch immer problemlos nachvollziehen. Auch fand ich die Darstellung dieser Bedingungen und Konstellationen durchaus glaubwürdig.
Ohnehin konnte ich die gesamte Handlung leicht glauben; auf mich wirkte die Erzählung absolut authentisch und natürlich gab es sehr viele kriminelle Elemente, aber da es hier letztlich um milliardenschwere Geschäfte ging, fand ich die Skrupellosigkeit nicht übertrieben dargestellt, sondern konnte mir leicht vorstellen, dass ein Industriemagnat in einer solchen Lage durchaus zu solchen Mitteln greifen könnte.
Teils erschien mir die Entwicklung der eingebauten Romanze zu überhastet, zu leidenschaftlich für Gottfrieds eingangs dargestellte Unsicherheit und Schüchternheit, aber ehe mich diese plötzliche Intensität tatsächlich zu stören beginnen konnte, nahm die Handlung noch deutlich an Fahrt auf und grad das letzte Viertel des Buchs fand ich anhaltend extrem spannend, zumal es auch nicht unbedingt ersichtlich war, ob auf den letzten Metern bzw. Buchseiten das Gute siegen oder doch verlieren würde.
Insgesamt hat mir diese Spannungslektüre einen sehr spannenden Abend und, da ich einfach nicht zu lesen aufhören konnte, eine recht kurze Nacht beschert; ich bin absolut positiv überrascht worden!

Gebt diese Meinung über mein Buch ruhig weiter. Es sollten noch mehr Menschen solche kurzen Nächte erleben dürfen … 🙂
Herzlich
Euer Anton

Autor:

Der Autor hat bisher zwei Verlagsverträge, einen für den Thriller "Kopfsturm" (2022), einen für einen historischen Roman, der 2023 erscheinen wird. Läuft …

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