„Die erste Fassung ist immer Mist“ (Andreas Eschbach)

Hallo, Freundinnen und Freunde,

dass die erste Romanfassung immer Mist sei, hat Eschbach gesagt, Hemingway wohl auch. Ich stimme teilweise zu. Wenn ich meinen ersten Roman betrachte, würde ich die ersten 100 Seiten an einigen Stellen heute anders schreiben. So weit so gut. In der Schriftstellerei scheint es noch eine andere Weisheit zu geben: „Das erste Exposé ist immer Mist“. Bei meinem aktuellen Projekt („Ein Tropfen Angst“, Triller, Fortsetzung von „Kopfsturm“) habe ich schon 2021 mit Exposé und Leseprobe (vergeblich) versucht, eine Agentur zu finden. Bei meinem ersten historischen Roman gelang mir, nach ebenfalls erfolgloser Agentursuche mit geändertem Exposé einen Verlag zu finden. Deshalb habe ich mich, derzeit auf Antworten für die Verlagsanfragen bei meinem neuesten historischen Roman wartend („Meine vertauschten Brüder“), in die nächste Hängepartie begeben. So habe ich zunächst Verlage gesucht, die sich für meinen Roman „Ein Tropfen Angst“ interessieren könnten. Der Roman verbindet packende Thrillerelemente mit psychologischer Tiefe und moralischen Dilemmata. Er zeigt die zerstörerischen Auswirkungen von Rache, Erpressung und Schuld auf die menschliche Psyche. Nachdem ich diese Kurzcharakteristik gefunden hatte, befasste ich mich mit den einzureichenden Unterlagen; im Grunde wollen alle das Gleiche, allerdings immer anders strukturiert und „geschwerpunktet“. Da habe ich auf das Exposé – also das Verkaufspapier“ – zurückgreifen wollen, das ich schon 2021 für die Agentursuche gestrickt hatte. Und – ihr ahnt es – das war nicht so richtig gut. Kein Wunder, dass keine Agentur mich wollte. Ich hatte es nach den Regeln eines diesbezüglichen Seminars erstellt, aber ich erkenne erst jetzt, dass man Interesse mit mehr Emotionen wecken muss, als ich es da gelernt hatte. Hinzu kommt auch, dass ich das Manuskript mit 3 Jahren Abstand auch noch etwas überarbeitet habe. Deshalb die „Weisheit“ von oben, dass auch das erste Exposé eher Mist ist. Aber – frei nach Brecht – wer es nicht versucht, kriegt in jedem Fall keinen Vertrag.

Jetzt sind 11 Verlage mit neuem Exposé angeschrieben, und ich hoffe, dass es bei einem verfängt.

Was haltet ihr von dem Titelbild-Entwurf? Der gelbe ist der erste von 2021, der andere ist mit KI-Hilfe entstanden.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und leichter zu lösende Aufagen als ich sie mir selbst zu stellen scheine.

Herzlich euer Anton

Was heißt es, wenn der Verlag dem Autor die Urheberrechte an seinem Roman zurückgibt?

Es heißt, dass sich der Roman nicht mehr oder nicht gut genug verkauft. Spricht aber auch für die Misere der Buchbranche und für den Niedergang kleiner Verlage. Bestände von Kleinverlagen, die wenig Umsatz haben, werden mittlerweile von den Großhändlern aus dem Programm geworfen. Aber auch in ihrer zu geringen Reichweite in der Werbung dürfte ein Grund liegen. 

Ist mir gerade mit meinem „Kopfsturm“ passiert. Zum 31.12.2024 nimmt der Südwestbuchverlag den Roman aus dem Programm und gibt mir die Urheberrechte zurück. Das waren also kurze 70 Jahre, so lange gilt ein solcher Vertrag üblicherweise. Schade, sehr schade. Was heißt das?  Überlegen, ob man den Roman selbst wieder im  Selfpublishing  herausbringt. Ich werde es tun, schon weil mir mein Titelbild besser gefällt als das, was der Verlag wollte (s. Foto). Und natürlich auch, weil der Roman das Ergebnis von ca. 1000 Std Arbeit ist, die sich nicht in Luft auflösen, weil sie wirtschaftlich nicht ankommt. „Gegen die Gier“ hat und behält somit eine Fortsetzung auch über den Jahreswechsel hinaus.

Restexemplare werden übrigens noch vom Südwestbuch-Verlag angeboten. 

Und auch bei mir. Auf der 1. Koblenzer Buchmesse am 27.10.24 und am 25./25.01.25 bei der Buchmesse Mittelrhein in Sayn werde ich vertreten sein.

Aber erst einmal einen schönen Herbst euch allen.

Euer Anton