Liebe Freundinnen und Freunde,
in diesen Wochen jährt sich der Tag zum 10. Mal, an dem ich beschloss, mit dem Schreiben anzufangen.
Es war nicht lange nach Abgabe der Masterarbeit in Geschichte, dass ich 2014 etwas Neues suchte, um mich neben Joggen, Gitarre, Spanisch lernen, Frau, Kinder und Enkeln mit etwas Sinnvollem zu beschäftigen. Meine bessere Hälfte riet zum Schreiben und ich versuchte es. Zunächst mit Kurzgeschichten, die ich (später) in der Leselupe veröffentlichte,und dann warf ich mich in mein erstes Projekt, das zu meinem Thriller „Gegen die Gier“ wurde und 2016 erschien. Dass es so lange dauerte, hat auch seinen Grund darin, dass ich vergeblich versuchte, eine Agentur zu finden. Ich habe hier im Blog damals darüber berichtet. So wurde es der BoD-Verlag, der Bücher erst druckt, wenn sie bestellt sind. Das bedeutet wenig bis keine Sichtbarkeit im Buchhandel, beim Buchhändler um die Ecke. Gegen die Gier ist en Wirtschaftsthriller um den skurilen Dr. Gottfried Leibner, der die Welt retten will. Für einen selfpublisher durchaus erfolgreich. BoD-Autoren (davon gibt es ca. 80.000) haben im Schnitt einen Absatz von 35 Büchern, habe ich gelesen. Da war ich mit ein paar hundert schon ganz gut. Mit meinem Familiendrama „Unheilbruder“ ging es 2018 weiter, ebenso erfolgreich wie der Erstling. Aus einigen Lesungen und Vorstellungen in einem Literaturcafé resultierte 2019 das Kurzgeschichtenbändchen „Schön kurz. Skurrile Geschichten“. Die erste von 15 Kurzgeschichten dort ist die erste, die ich überhaupt geschrieben habe: „Der nackte Mann mit der Farbdose“, in einer knappen halben Stunde in einem Schaffensüberschwall entstanden (auf leselupe.de nachzulesen, nach Autor „fah“ suchen).
2022 folgte (wegen des Themas „Literaturagentur“ erst so spät) der Nachfolger von „Gegen die Gier“, der Medizinthriller „Kopfsturm“, wieder mit Dr. G. Leibner, diesmal mit einem Verlagsvertrag, der eine wilde Vorgeschichte hat (siehe im Blog). Und da ich währen der langen Wartezeiten nach den Kurzgeschichten meinen ersten historischen Roman geschrieben hatte (bin ja auch Historiker und wollte das von Anfang an), ergatterte ich damit einen weiteren Verlagsvertrag (mit 73!) beim renommierten Gmeiner-Verlag. „Der Alchemist von Venedig“ erschien 2023 und wurde knapp unter 2000x verkauft. Man sieht, was die Reichweite eines gestandenen Verlags ausmacht, soviel Bücher habe ich von allen davor insgesamt nicht verkauft. Aber zum Glück muss ich von meinen Büchern nicht leben. deshalb mach ich auch weiter, nachdem Gmeiner mir mitteilte, dass der Verkauf vom Alchemisten unter der Erwartung lag (sehr schade). Ich habe drüber im Blog geschrieben. Ich habe zwar eine Absage mit Schleifchen bezogen auf eine Fortsetzung, aber es bleibt eine Absage. „Der Größenwahn des Dogen“ kommt deshalb wieder bei BoD heraus. Mit der Empfehlung eines Flops des Vorgängerromans nimmt mich keine Agentur und kein Verlag, deshalb dieser Schritt. Aber – aber ich habe auch den Nachfolger des Kopfsturm schon geschrieben (Ein Tropfen Angst). Dort ein ähnliches Bild wie beim Alchemisten, der (kleinere) Verlag nimmt leider keine neuen Projekte an. Also auch BoD. Doch steht das Lektorat und ein letzter Gesamtcheck noch aus. Ich gehe davon aus, dass es dieses, spätestens Anfang nächstes Jahres soweit sein wird.
Tja, und natürlich nehme ich mir die Kritik von Gmeiner „ein wunderschöner Roman, aber leider nicht massentauglich“ zu Herzen. So schreibe ich derzeit an einem weiteren historischen Roman, der das vermeiden soll: Meine Protagonistin ist erstmals eine Frau, eine junge Adelige 1870 in England, sie stürzt ungewollt in ein moralisches Dilemma und wehrt sich gegen die frauenfeindlichen Umstände der damaligen Zeit“. Historische Roman sind eine 4%-Nische der Belletristik, werden hauptsächlich von Frauen gelesen und die wollen eine Protagonistin wie s.o. . Ich glaube, ich werde den Geschmack der Leserschaft besser treffen. Aber, und das ist mir besonders wichtig, ich will ihn nicht in jedem Fall treffen, die Handschrift eines Thriller-Autors muss immer noch zu erkennen sein, wie bei meinen ersten historischen Romanan um den venezianischen Baumeister Fabrizio Mansani.
Ich habe also bisher 6 Bücher/Romane geschrieben, ein fertiges in petto, eine weiteres fertiges bei einem Testleser (Politthriller) und mein Ziel waren einmal 10 Bücher/Romane. Das könnte also schnell gehen. Da meine statistische Lebenserwartung (bin jetzt 75) aber 12,5 Jahre beträgt, werde ich die Zahl erhöhen müssen, wenn ich gesund bleibe, wovon ich natürlich ausgehe. Ich überschreite mein Hochzeitsgewicht von vor 50 Jahren nur um 2kg, rauche seit 47 Jahren nicht mehr, treibe viel Sport und halte meinen Genussmittelkonsum in Grenzen. Also, warum sollen es nicht 15 Bücher/Romane werden? Außerdem will ich noch eine Autobiographie für meine Kinder und Enkel schreiben.
Natürlich hoffe ich auch, dass ihr mir die Treue haltet u d euch mein Geschreibsel Freude macht.
Übrigens: 10 Jahre, weil man Autor ist, wenn man schreibt. Als Schriftsteller(mindesten eine Veröffentlichung) wären es nur 8.
Herzlich
euer Anton Dellinger
P.S. Mein Jubiläumsvideo auf UTube
